Erst 400, dann 445 Millionen Euro sollte die Generalsanierung des Deutschen Museums in München kosten. Doch inzwischen sind Mehrkosten von weiteren 150 Millionen Euro bekannt geworden. Der Bund der Steuerzahler prangert in seinem neuen Schwarzbuch 2019 diese Kostenexplosion an. 

Deutsches Museum, Lange Nacht der Museen in München 2019

 

Die Seit 1925, dem Jahr der Eröffnung des Deutschen Museums in München wurden immer nur grobe Schäden behoben. Nun muss das komplette Gebäude generalsaniert werden. Alle Bereiche sind davon betroffen: Brand- und Hochwasserschutz, Elektrik, Klimatechnik, Treppen, Fenster, Dächer, Ausstellungsräume, Serviceeinrichtungen und Gastronomie. 

2011 wurden dafür 4o0 Millionen Euro veranschlagt. 2015 verlautete aus dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, das damals von Dr. Ludwig Spaenle (CSU) geleitet wurde, dass sich die Kosten auf 445 Mio. Euro erhöht hätten. “Das ist eine Festbetragsfinanzierung”, teilte damals das Ministerium mit. 2019 wurde dann dem Landtag in München mitgeteilt, dass wohl nochmal 150 Millionen Euro draufgesattelt werden müssen. Diese Zahl sei eine Prognose des Deutschen Museums, die unter anderem auf den derzeit in einem boomenden Baumarkt stark steigenden allgemeinen Baukosten beruhe.

Daneben wurden diverse Sondereffekte entdeckt, die auf den maroden Zustand des Gebäudes zurückzuführen sind: Denkmalschützerische Belange, Problematiken der alten Bausubstanz, besonderen Anforderungen an Brandschutz und Haustechnik und einiges mehr“. Das mit der Planung und Bauleitung beauftragte Architekturbüro war inzwischen auch Pleite gegangen. “Weitere kostensteigernde Bauverzögerungen sind dadurch zu befürchten.”, glaubt der Bund der Steuerzahler. Aus dem Eröffnungstermin des generalsanierten Hauses im 2025 wird wohl nichts. Auf den Gängen des Maximilianeums kursiert inzwischen bereits eine ganz andere Zahl der Kosten für die Sanierung: 1 Milliarde Euro.

Mehr aus dem neuen Schwarzbuch vom Bund der Steuerzahler: www.schwarzbuch.de