München: Gedenkveranstaltung zum OEZ-Attentat vor 6 Jahren

Zum 6. Jahrestag des OEZ-Attentats lädt die Stadt München am Freitag, 22. Juli, um 17.30 Uhr zu einer Gedenkveranstaltung vor dem Denkmal in der Hanauer Straße in München ein. Es sprechen Oberbürgermeister Dieter Reiter und Hinterbliebene.

Denkmal zur Erinnerung an die Opfer des rassistischen OEZ-Attentats am 22. Juli 2016
Denkmal zur Erinnerung an die Opfer des rassistischen OEZ-Attentats am 22. Juli 2016

Am 22. Juli 2016 tötete ein 18-Jähriger am Münchner Olympia- Einkaufszentrum neun Menschen und sich selbst. Zahlreiche Menschen wurden verletzt. An die Opfer des rassistischen Attentats erinnert seit 2017 das Denkmal „Für Euch“ an der Hanauer Straße 77 gegenüber dem Olympia-Einkaufszentrum in München-Moosach. 

Auf den Tag genau fünf Jahre nach dem rechtsextremen Anschlag von Oslo und Utøya ermordete der Attentäter von München aus rassistischen Motiven neun Menschen. „Armela Segashi, Can Leyla, Dijamant Zabërgja, Guiliano Kollmann, Hüseyin Dayıcık, Roberto Rafael, Sabina S., Selçuk Kılıç und Sevda Dağ fehlen uns und dieser Stadt sehr. Die Landeshauptstadt München trauert gemeinsam mit den Angehörigen und Freund*innen der Opfer dieses menschenverachtenden Anschlags“, erklärt Oberbürgermeister Dieter Reiter zum Jahrestag.

Doch auch nach der Tat fanden die Betroffenen und Angehörigen der Opfer keine Ruhe. Trotz der ideologischen Bezüge zur Tat in Oslo und Utøya sowie zahlreicher Hinweise auf eine rassistische und rechtsextreme Gesinnung des Täters dauerte es mehr als drei Jahre, bis die Tat von den bayerischen Sicherheitsbehörden als rassistisch motiviertes Hassverbrechen eingestuft wurde. OB Reiter sagt dazu: „Dem beharrlichen Einsatz der Angehörigen sowie drei von der Stadt München in Auftrag gegebenen Gutachten ist es zu verdanken, dass dieses rassistische Attentat heute als solches benannt wird. Rechter Terror zieht seit vielen Jahren und Jahrzehnten eine blutige Spur durch unser Land und unsere Stadt. Solange diese mörderischen Taten als isolierte Einzeltaten abgetan und die strukturellen und ideologischen Kontinuitätslinien ausgeblendet werden, wird es nicht gelingen, dieser menschenverachtenden Gefahr angemessen entgegenzutreten.“

Dieser Prozess hat die Angehörigen viel Kraft gekostet und viel Vertrauen in staatliche Institutionen ist verloren gegangen. Im vergangenen Jahr hat sich die Stadt München deshalb nochmal sehr intensiv um die Wünsche, Erwartungen und Forderungen der Betroffenen des Attentates beim OEZ bemüht. In zahlreichen direkten Gesprächen zwischen den Angehörigen und der Fachstelle für Demokratie wurden Unterstützungsangebote ausgelotet.

So findet das städtische Gedenken – auf Wunsch der Angehörigen – in diesem Jahr zum Tatzeitpunkt statt. Im Zentrum der städtischen Gedenkveranstaltung werden die Stimmen und Perspektiven der Hinterbliebenen stehen. Es sprechen daher – neben Oberbürgermeister Reiter – ausschließlich Angehörige der Opfer.

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