München: Frau mit 4,8 Promille wird von S-Bahn angefahren – nur Nase gebrochen

Zwei Betriebsstörungen haben am Mittwoch wieder zu Problemen auf der S-Bahn  Stammstrecke geführt. Am frühen Morgen torkelte eine 50-jährige Frau mit 4,8 Promille im Blut in München-Pasing gegen einen einfahrenden Zug. Ein weiterer Zwischenfall hat sich am Abend in Laim ereignet: Der Putzwagen eines Servicemitarbeiters machte sich am Bahnsteig selbstständig und er fiel vor eine S-Bahn auf das Gleis. 

S-Bahn München Front
S-Bahn München Front

Am 29. März 2017 gegen 6:45 Uhr torkelte eine offensichtlich alkoholisierte 50-Jährige aus Planegg am Bahnhof Pasing gegen eine einfahrende S-Bahn. Die S6 Richtung Tutzing hatte bereits nur mehr geringe Geschwindigkeit. Die Frau stieß mit Kopf und Oberkörper gegen die S-Bahn und prallte anschließend auf den Bahnsteig zurück, wo sie auf den Boden aufschlug und bewusstlos zum Liegen kam. Der Zugführer hatte die torkelnde Frau nicht erkennen können. Die S-Bahn fuhr nach dem Aufprall noch rund 15 Meter weit, bevor sie zum Stehen kam. Die 50-Jährige hatte Glück im Unglück. Sie kam in ein Münchner Krankenhaus, in dem neben einer Nasenbeinfraktur sowie zahlreichen kleineren Platzwunden auch ein Alkoholwert von 4,8 Promille festgestellt wurde. Durch den Vorfall kam es nur zu geringen betrieblichen Auswirkungen.

Gegen 17:35 Uhr kam es mitten im Pendlerverkehr im Bereich der Station München-Laim zu einer länger anhaltenden bahnbetrieblichen Störung. Ein 30-jähriger Putzer befand sich mit seinem Putzwagen am Bahnsteig. Als er das Arbeitsgerät gerade nicht im Blick hatte, verselbständigte sich dieses und rollte ins Gleis 3. Der Fahrer einer unmittelbar darauf einfahrenden, aus Pasing kommenden S-Bahn, leitete eine Schnellbremsung ein. Die S-Bahn kam aber nicht mehr rechtzeitig zum Stehen und erfasste den Putzwagen. Dieser verklemmte sich kompliziert unter dem Triebfahrzeug zwischen der S-Bahn und den Gleisen, wodurch die S8 nicht mehr bewegt werden konnte. Der hintere Teil der S-Bahn befand sich außerhalb des Bahnsteiges, weswegen die darin befindlichen rund 150 Reisenden die S-Bahn zunächst nicht verlassen konnten.

Erst nachdem Techniker der Deutschen Bahn die Überreste des Putzwagens geborgen hatten, konnte der Unfallzug wieder bewegt werden. Der Sachschaden an der S-Bahn ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Der Putzwagen erlitt einen Totalschaden und hat nur noch Schrottwert. Durch den Vorfall ist es zu erheblichen Störungen im abendlichen S-Bahnverkehr gekommen. Die Bundespolizei ermittelt gegen den 37-jährigen Putzmann wegen des Verdachts des Gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Bei dem Vorfall wurde niemand verletzt.

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