Eine Fahrkarte für die gesamte Metropolregion München

Metropolregion München
Peter Dreier, Landrat Landkreis Landshut, Josef Schweinberger, 1. Bürgermeister Stadt Buchloe, Christoph Göbel, Herbert König, Vorsitzender der Geschäftsführung Münchner Verkehrsgesellschaft und Alexander Freitag, Geschäftsführer Münchner Verkehrs- und Tarifverbund

Eine Fahrkarte für den öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) für die gesamte Metropolregion München von Garmisch bis Ingolstadt und von Augsburg bis Landshut – das ist das Ziel der verantwortlichen Landräte und Bürgermeister aus Oberbayern, Niederbayern und Schwaben. Im ersten Schritt soll es jedoch noch keinen einheitlichen Tarifverbund für S-Bahn, U-Bahn, Trambahn und Busse in der Region geben, sondern einen sogenannten Dachtarif. Hierbei würden die heute existierenden Verbünde und Tarifgemeinschaften innerhalb der Metropolregion bestehen bleiben. Als „Dach“ würde ein ergänzendes Tarifangebot für die gesamte Region eingeführt, das es den Kunden ermöglicht, eine beliebige Reise innerhalb der Metropolregion mit nur einem Ticket durchzuführen. Das haben die Mitglieder der Europäischen Metropolregion München (EMM) am 16.  Juni 2015 beschlossen. Das neue Ticket wird aber erst in einigen Jahren verfügbar sein.

Bereits seit Gründung der EMM  ist es ein zentrales Anliegen, einen flächendeckenden ÖPNV-Tarif für die gesamte Metropolregion München zu etablieren. Ein hierzu im Auftrag der EMM und seiner Mitglieder erstelltes Gutachten bestätigt nun die grundsätzliche Machbarkeit. Die Gutachter von civity Management Consultants und Intraplan Consult empfehlen, einen so genannten „Dachtarif“ einzuführen. Hierbei würden die heute existierenden Verbünde und Tarifgemeinschaften innerhalb der Metropolregion bestehen bleiben. Das Lösen mehrerer Fahrkarten wäre dann nicht mehr erforderlich  („Eine Reise, ein Ticket“). Gleichzeitig wäre dieses Modell in einem relativ kurzen Zeitraum von wenigen Jahren umsetzbar, wie erfolgreiche Beispiele in anderen Regionen Deutschlands zeigen. Auch könnten größere Einschnitte für die Fahrgäste und erhebliche Mehrkosten für die Aufgabenträger vermieden werden. Mit einem Dachtarif würde aber der Weg zu einem Vollverbund für die gesamte Region nicht verschlossen, eine allmähliche Integration der Räume in den Tarif bliebe möglich.

Zum Hintergrund: In der Metropolregion München existieren verschiedene Verkehrsverbünde mit entsprechend unterschiedlichen Tarifen – im Unterschied zu Verbünden in anderen Metropolregionen wie zum Beispiel Hamburg. Gleichzeitig ist mit der geplanten Anpassung des S-Bahn-Netzes und dem prognostizierten Zuzug in die Region eine weitere Zunahme der im ÖPNV zurückgelegten Entfernungen zu erwarten. Zwar wurden für ausgewählte Verkehrsverbindungen ergänzende Angebote wie die AboPlusCard eingeführt, ein flächendeckendes Tarifangebot für den „normalen“ Zeitkartenkunden mit Wochen- und Monatskarten sowie für den Gelegenheitsverkehr fehlt jedoch bislang. Hier könnte der Dachtarif eine wichtige Lücke schließen. Für einen nächsten Schritt stellt der EMM e.V. gemeinsam mit seinen Mitgliedsinstitutionen organisatorische Strukturen und Ressourcen zu Verfügung, um in einer Grobkonzeptphase die Ausgestaltung eines derartigen Dachtarifs unter Einbindung der beteiligten ÖPNV-Akteure zu konkretisieren und eine entscheidungsfähige Organisationsstruktur vorzubereiten.

Mitglieder der Metropolregion München sind die kreisfreien Städte München, Augsburg, Kaufbeuren Ingolstadt und Landshut sowie die Landkreise Donau-Ries, Dillingen, Augsburg, Ostallgäu, Garmisch-Partenkirchen, Weilheim-Schongau, Landsberg, Fürstenfeldbruck, Aichach-Friedberg, Neuburg-Schrobenhausen, Eichstätt, Kelheim, Pfaffenhofen, Dachau, Freising, München-Land, Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach, Ebersberg, Landshut, Dingolfing-Landau, Mühldorf, Altötting, Rosenheim und Traunstein. Vorsitzender des Gremiums Oberbürgermeister Dieter Reiter, München,  seine Stellvertreter sind Landrat Christoph Göbel , Landkreis München,  und Prof. Gerd Finkbeiner, Vizepräsident IHK Schwaben.

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