Neuer Blickfang im Residenztheater in München: Lichtinstallation Silver Cloud

“Silver Cloud” heißt die neue Lichtinstallation von Ingo Maurer im Residenztheater in München, die am 24. Oktober 2019 offiziell enthüllt wird. Die Wolke aus 3.000 reflektierenden Silberblättern im Wintergarten im 1. Stock des Theaters ist ständig in Bewegung. Goldfarbene Ventilatoren im Innern der Wolke sorgen für den leichten Windhauch.

Ingo Mauerer Lichtinstallation Silver Cloud Residenztheater München
Ingo Mauerer Lichtinstallation Silver Cloud Residenztheater München
Foto Simon Koy

Das Münchner Residenztheater hat Ingo Maurer mit dem lichtgestalterischen Konzept des Wintergartens und einer neuen Leuchtschrift beauftragt. Zum Auftakt der Spielzeit 2019/2020 unter neuer Intendanz gelingt es mit der sogenannten „Silver Cloud“, die Besucher bereits beim Anblick der Glasfassade ins Innere des Gebäudes zu ziehen: Der filigrane, ständig in Bewegung befindliche Lichtkörper ziert in exponierter Hängung den Wintergarten des 1. Stocks. Ingo Maurer entwickelte gemeinsam mit seinem Designteam ein neues Lichtkonzept, das die „Silver Cloud“ ins verheißungsvolle Spiel mit dem neuen roten LED-Schriftzug an der Glasfassade setzt. Für Besucher ist die „Silver Cloud“ zum ersten Mal zur Uraufführung des Stücks „Die Verlorenen“ am 19. Oktober 2019 zu sehen. Die offizielle Einweihung findet am 24. Oktober durch den neuen Intendanten des Residenztheaters, Andreas Beck und das Team von Ingo Maurer statt.

Der Entwurf bezieht sich auf ein Lichtobjekt, das Ingo Maurer vor 20 Jahren für Issey Miyake gestaltet hat: Eine Wolke aus reflektierenden Blättern. Die „Silver Cloud“ rückt die spielerische Realität der Theaterkunst in den Blick. Ihre 3.000 Silberblätter sind permanent leicht in Bewegung. Dafür sorgen sieben goldfarbene Ventilatoren im Inneren des Objekts, das so angesteuert werden, dass ein „Windhauch“ durch die Wolke geht. Ebenfalls im Inneren ist eine kleine goldfarbene Gitterform angebracht. Sie verleiht der Gestaltung ein asymmetrisches Gewicht. 

Die „Silver Cloud“ ist rund zwölf Meter lang und von ovaler Form, die sich zu den Seiten verjüngt und an beiden Enden schräg angeschnitten ist. Dieses Gehäuse ist von einem engmaschigen Stahlgewebe umspannt. Dünne Haltefedern tragen Blätter von unterschiedlicher Größe und Form. Um die bestmögliche Materialanmutung bei gleichzeitig hoher Reflexion zu erzielen, bestehen die Blätter aus handversilberten Papierbögen, deren Oberflächen versiegelt sind. Bewusst wurden versilberte Papiere unterschiedlichen Alters eingesetzt, so dass sich die Blätter nicht nur in der Form, sondern auch in der Farbe unterscheiden – von Silber über Gold bis zu Grau- und Braunschattierungen. 

Rote LEDs strahlen die mit einer speziell angefertigten Künstlerpigmentfarbe in energetischem Rot gehaltene Decke an und verleihen dem Raum ein Licht von besondererStrahlkraft und Tiefe. Die versilberten Blätter der „Silver Cloud“ fangen den roten Lichtton auf und lassen warme Reflexionen entstehen. Dabei verstärkt die leicht diagonale Anordnung der „Silver Cloud“ den Eindruck ihrer Dynamik. Die Blätter im „Windhauch“ und die eigenwillige Form des Lichtobjekts setzen ein gekonntes Lichtspiel frei, das ganz im Sinne von Ingo Maurer ist. „Das Theater versetzt uns in transitorische Augenblicke. Der Beitrag unseres Hauses sollte deshalb als leichte, spontane Skizze im Raum schweben. Die im Bewusstsein der Besucher umso intensiver nachwirkt“, erläutert das Designteam. Mehrere Spots beleuchten die „Silver Cloud“ in einem stimmungsvollen Wechselspiel aus warmweiß und kaltweiß. Leistungsstarke weiße LEDs in einem linearen Band schaffen eine zurückhaltende Grundbeleuchtung, die der „Silver Cloud“ die Bühne überlässt. 

„Ingo Maurer ist einer der bekanntesten Lichtkünstler und der Grandseigneur unter den Lichtgestaltern unserer Zeit,“ erläutert Andreas Beck, der neue Intendant des Residenztheaters. „Seine Lichtkompositionen für öffentliche Räume und Plätze sind hier in München, seinem Zuhause, wie in der ganzen Welt bekannt. Was lag also näher als den Künstler Maurer zu fragen, wie dieser zauberhafte Ort neu interpretiert und erlebbar gemacht werden könnte.“

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