Oktoberfest München: OB Reiter denkt über ein Rucksackverbot nach

Nach dem Anschlag eines Attentäters mit einer Bombe im Rucksack denkt Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter über ein Rucksackverbot auf dem Oktoberfest nach. In einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk hat er angekündigt, noch intensiver mit den Sicherheitsbehörden und der Polizei über geeignete Maßnahmen für die Wiesn zu reden.

Menschenmassen auf dem Oktoberfest München
Menschenmassen auf dem Oktoberfest München

Der Selbstmordanschlag am Rande eines Festes in Ansbach am 24. Juli 2016 entfacht die Diskussion über die Sicherheit auf dem Münchner Oktoberfest aufs Neue. Ist erst kürzlich mit der Stadtratsmehrheit ein Zaun auf dem Bavariaring abgelehnt worden, ist nicht nur dieser jetzt wieder Thema. Denn nur mit einer eingezäunten Theresienwiese mit lückenlosen Zugangskontrollen könnte sichergestellt werden, dass auch tatsächlich keine Personen mit Rucksäcken oder größeren Gepäckstücken auf die Wiesn kommen. Oberbürgermeister hat am Montag in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk ein Rucksackverbot in Erwägung gezogen. “Seit Ansbach wird jeder Verständnis haben, dass wir über solche Maßnahmen nachdenken müssen”, sagte er im BR.

Die Fraktion Bayernpartei/Freie Wähler hatte bereits am 5. Juli 2016 im zuständigen Ausschuss im Münchner Stadtrat einen entsprechenden Änderungsantrag zum Sicherheitskonzept eingereicht. “Dies wurde von der Stadtratsmehrheit als lächerlich hingestellt und abgelehnt.”, beklagt Fraktionsvorsitzender Johann Altmann. Zwar könne es eine hundertprozentige Sicherheit für das Oktoberfest nicht geben, aber wie der Amoklauf in München und der Anschlag von Ansbach gezeigt habe, seien für die Täter Rucksäcke das geeignete Mittel zum Transport von großen Mengen Munition und Sprengstoff. Mit einem Rucksackverbot und entsprechenden Kontrollen ließe sich also schnell und leicht umsetzbar eine deutliche Verbesserung der Sicherheitslage auf der Wiesn erzielen, begründet die Fraktion ihren Vorstoß eines Verbotes von Rucksäcken, größeren Taschen und Koffern.

Die Folge wäre eine komplette Einzäunung der Theresienwiese mit Zugangskontrollen. So will die CSU, die kürzlich erst mit dem Thema im Stadtrat eine Schlappe hinnehmen hat müssen, das Thema jetzt wieder erneut auf die Tagesordnung bringen. Am Dienstag wird der Ältestenrat im Stadtrat darüber sprechen. Wiesn-Chef und Bürgermeister Josef Schmid sagte gegenüber der Süddeutschen Zeitung, dass ein Rucksackverbot nur dann Sinn machen würde, wenn ein Zaun auch eine ungehinderten Zugang verhindern würde. Welche Konsequenzen das für die anreisenden Gäste haben würde, ist allerdings noch nicht ausdiskutiert. Am U-Bahnhof Theresienwiese kommen im Minutentakt U-Bahnzüge an. Bei lückenlosen Zugangskontrollen wäre der Bahnhof in kürzester Zeit überfüllt. Ein Lösungsansatz wäre hier höchstens, dass die Züge aus dem Westen in der Schwanthaler Höhe und vom Osten am Hauptbahnhof enden. Dann würden die Besucherströme bei der Anreise durch die langen Fußwege zur Festwiese entzerrt. Welche Wartezeiten einzukalkulieren wären, wenn an den besucherstarken Wochenenden und am 3. Oktober zehntausende Menschen fast zeitgleich an der Theresienwiese ankommen, mag man sich gar nicht ausmalen. Umgekehrt müsste bei einer Paniksituation im Innern des Geländes sichergestellt werden, dass die Zäune blitzschnell zu öffnen sind.

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Ein Kommentar

  1. Ob es an städtischen Vorgaben liegt, zum Oktoberfestbesuch zu animieren oder an der mangelden Phantasie der Lehrer, weiss ich nicht, aber seit Jahren werde ich über meine Kinder zum Oktoberfestbesuch quasi verpflichtet, weil ihnen ein Aufsatz zum Thema: “Mein Besuch auf dem Oktoberfest” angekündigt wurde. Und als ob das an der Grundschule nicht reicht, muss das Thema in der 5. Klasse noch einmal herhalten. So werden die Kinder angefüttert, die dann die Eltern jährlich auf das Oktoberfest drängen. Selbst mit der Mittagswiesen, die nur bei rechtzeitigem Schulschluss mit genutzt werden kann, kommt man bei den Preisen schnell auf 100 Euro je Kind allein für Fahrgeschäfte. Damit ein solcher Besuch aus finanzieller Sicht keine Katastrophe darstellt, gibt es für die Kinder höchstens noch ein Crepe mit Nutella und ein Eis. Wenn sie oder ihre Eltern Hunger oder Durst haben, müssen diese aus dem Mitgebrachten gestillt und gelöscht werden. Und dazu braucht man einen Rucksack! Wer Rucksäcke verbietet, muss auch größere Handtaschen und Kinderwägen verbieten. Am besten gleich am Eingang ein Schild aufstellen: “Familien unerwünscht!” Sollte es also zu einem Rucksakverbot kommen, werde ich meinen Sohn, der jetzt in die 5. Klasse kommt erlauben, in diesem Aufsatz eine 6 zu schreiben, denn mehr als: “Wegen des Rucksackverbots sind wir dieses Jahr nicht auf das Oktoberfest gegangen.” wird er nicht schreiben können!

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