München: Psychisch krank – Scherenstecher von Polizeikugeln gestoppt

Ein 26-jähriger psychisch kranker Italiener hat am Donnerstagnachmittag in der Ludwigsvorstadt in München durchgedreht und hat Passanten sowie Polizisten mit einer Schere bedroht und angegriffen. Er wurde mit Schüssen aus Polizeipistolen gestoppt.

Chef Mordkommission Markus Kraus
Pressekonferenz Scherenstecher, Leiter Mordkommission Markus Kraus Polizei München

(Update 20.5.2016) Auf einer Pressekonferenz hat am Freitag die Münchner Polizei weitere Einzelheiten zum Scherenangriff des Italieners und Schusswaffen-Gebrauch der Polizei gesagt. Danach versuchten die Polizeibeamten den Amokläufer bereits in der Kapuzinerstraße zu stoppen. Er hatte einen Polizisten mit der Schere angegriffen, nachdem er sich ihm genähert hatte. Daraufhin wurden ein Warnschuss und in der Folge gezielte Schüsse gegen den verwirrt wirkenden Mann abgegeben. Inwieweit der 26-Jährige hierbei schon verletzt wurde, noch nicht bekannt. Der Mann blieb stetig in Bewegung und stach auf seinem Weg unter anderem mit der Schere, unter massiver Gewalteinwirkung, auf auf die Seitenscheibe eines Polizeifahrzeuges ein. Im Anschluss ging 26-Jährige, der aus dem Westend in München kommt, weiter zu Fuß in Richtung Kapuzinerplatz. Hier stürmte er auf einen Beamten zu, der sich ihm näherte und hielt hierbei die mitgeführte Schere in drohender Haltung über dem Kopf, um von oben auf den Polizisten einzustehen. In dieser Notsituation kam es zu sieben Schüssen aus einer Polizeipistole. Der Angreifer wurde dabei mehrfach getroffen und ging zu Boden.  Er wurde dann bis zum Eintreffen der Rettungskräfte von den Polizeibeamten erstversorgt.  Er wurde dann in ein Münchner Krankenhaus gebracht und dort notoperiert. Er befindet sich aktuell nicht in Lebensgefahr, aber noch nicht vernehmungsfähig.

Im Rahmen der ersten Ermittlungen ergaben sich Hinweise, die auf eine mögliche psychische Erkrankung des 26-Jährigen hindeuten. Der in München gebürtige Lackierer hatte vor kurzem bei einer Polizeikontrolle angegeben, dass er zum Islam konvertiert sei. Bei Durchsuchung seiner Wohnunterkunft nach dem Amoklauf am Kapuzinerplatz bestätigte sich dies. Der BR hatte behauptet, dass es sich bei dem Scherenstecher um einen Salafisten handeln würde, der Kontakte zu radikalen Islamisten habe. Eine religös motivierte Tat sieht der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Thomas Steinkraus-Koch, jedoch nicht. Es gäbe dazu auch keine Erkenntnisses des Staatsschutzes darüber.

Hier das Video aus der Pressekonferenz mit dem Leiter der Mordkommission, Markus Kraus und dem Sprecher der Staatsanwaltschaft Thomas Steinkraus-Koch:

 

(19.5.2016) Am Donnerstag, 19. Mai 2016, gegen 14.15 Uhr, ging über den Notruf bei der Einsatzzentrale der Münchner Polizei die Mitteilung ein, dass sich im Bereich des Kaiser-Ludwig-Platz in der Ludwigsvorstadt in München ein verwirrt wirkender Mann mit Messer in der Hand befindet. Vor Ort trafen die eingesetzten Beamten auf einen 26-jährigen italienischen Staatsbürger. Die Beamten versuchten beruhigend auf den Mann einzuwirken und forderten ihn auf, die Waffe aus der Hand zu legen. Dabei handelte es sich tatsächlich um eine Schere.

Der Mann blieb stetig in Bewegung und wurde zunehmend aggressiver. Auf dem Weg zum Kapuzinerplatz stach er mit massiver Gewalt mit der Schere auf das Dach eines Streifenwagen ein und bedrohte aus kürzester Entfernung gezielt die Polizeibeamten. Diese kündigten daraufhin den Schusswaffengebrauch an und gaben Warnschüsse ab.

Nachdem der Italiener am Kapuzinerplatz vor der Arbeitsagentur die Polizeibeamten dennoch weiter angegriffen hat, gaben diese mehrere Schüsse auf ihn ab, um ihr eigenes Leben zu schützen. Der 26-Jährige wurde mehrmals getroffen. Er befindet sich derzeit zur Behandlung in einem Krankenhaus. Weitere Personen wurden nicht verletzt. Das Motiv des 26-Jährigen ist bisher völlig unklar.

Der Kapuzinerplatz musste großräumig für die Tatortarbeit gesperrt werden. Wegen der polizeilichen Schussabgabe wird das Bayerische Landeskriminalamt in Absprache mit der Saatsanwaltschaft München I die weiteren Untersuchungen übernehmen.

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