München: Einführung von Zeitfenstern für Eintritt in Freibad war Schlag ins Wasser

Im Schyrenbad in München wurde ein Versuch mit der Einführung von Zeitfenstern für den Eintritt an einem Tag gemacht. Die Stadtwerke München (SWM) teilen mit, dass er nicht wiederholt wird. Der Personalaufwand ist unverhältnismäßig, die Badegäste bewerten die Lösung als zu wenig flexibel.

Das Schyrenbad in München ist für die Freibadsaison gerüstet
Schyrenbad in München, Quelle Foto SWM

Die SWM haben am Freitag, 13. August 2021, einen von Kundinnen und Kunden mehrfach geäußerten Wunsch testweise umgesetzt: mehrere feste Nutzungs-Zeitfenster pro Tag für den Freibadbesuch statt einer Karte für den ganzen Tag. Der Pilotversuch sollte zeigen, ob und unter welchen Bedingungen so mehr Personen bei Einhaltung der coronabedingten Vorgaben ins Freibad kommen können.

Im Schyrenbad wurden für diesen Tag mehrere vorab reservierbare Zeitfenster angeboten: von 7 Uhr bis 8.30 Uhr für die Frühschwimmer, am Vormittag von 9 Uhr bis 13.30 Uhr und am Nachmittag von 14.30 bis 20 Uhr. Der Pilottag verlief ohne größere Probleme, die Badegäste zeigten sich größtenteils kooperativ und bei kurzen Wartezeiten geduldig.

Im Anschluss wurden die Rückmeldungen der Nutzerinnen und Nutzer per E-Mail und auf den SWM Socialmedia-Kanälen ausgewertet. Zudem wurde der personelle, technische und organisatorische Aufwand für den Bäderbetrieb bewertet.

Hoher Personalaufwand
Das Ergebnis: Einer nicht wesentlich höheren Zahl von Badegästen steht ein deutlich erhöhter Personalbedarf für Badräumung und Einlass gegenüber. Für eine unter 5 Prozent höhere Nutzerzahl waren am Pilottag bis zu sechs Bäder-Beschäftigte zusätzlich im Einsatz – absehbar werden auch bei eingespielten Abläufen je nach Badgröße zwei bis vier Personen extra benötigt. Dies bestätigen auch Erfahrungen aus Bädern in anderen Städten, die Zeitfenster anbieten.

Negative Nutzerbewertungen überwiegen
Zum Pilottag im Schyrenbad gab es dreimal mehr skeptische bis negative Rückmeldungen („nicht familienfreundlich“, „weniger flexibel“) als positive Bewertungen. Dies macht deutlich, dass die persönlichen Wünsche und Ansprüche an einen Freibadbesuch zumindest sehr unterschiedlich sind. Aufgrund der Erfahrungen und Rückmeldungen wird es 2021 keinen weiteren Testtag mit „Schichten“ mehr geben, sollten die Temperaturen im Spätsommer nochmal zu einem Besuch in einem Freibad einladen. Sollten auch im kommenden Jahr Besucherzahlbeschränkungen für den Freibadbetrieb nötig sein, werden die SWM vor Saisonbeginn die Einführung von Zeitslots in Verbindung mit einem E-Ticketing-System prüfen.

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