Harry Klein Club-Chef und Neu-Stadtrat David Süß zur Coronakrise: Werden so schnell nicht wieder aufsperren

David Süß ist als Gründer des Harry Klein Clubs ein Urgestein des Münchner Nachtlebens. Er engagiert sich seit vielen Jahren für kulturelle, aber auch gesellschaftspolitische Themen, wie die Einführung eines Nachtbürgermeisters, Lösungen im Konflikt zwischen Clubbetreibern und Anwohnern oder neue Kulturprojekte wie den Tatzelwurm. An diesem Montag hat für ihn eine neue Ära begonnen. Er sitzt jetzt als frisch gewählter Stadtrat für die Grünen im Rathaus. 

 

Harry Klein-Chef und Neu-Stadtrat David Süß
Harry Klein-Chef und Neu-Stadtrat David Süß
Credit Pressefoto Wolfgang Gruber

David Süß im Interview zur Coronakrise mit Alex Wulkow vom Barguide-Team:

Wie war der Moment für dich, als du realisiert hast, dass ihr zusperren müsst?

David Süß: „In den letzten 25 Jahren habe ich schon drei Clubs für immer zugesperrt, nie freiwillig, aber immer mit einer Perspektive und einem Plan, wie wir weitermachen können.

Am Donnerstag, den 12. März haben wir im Team entschieden, das Harry Klein nicht mehr zu öffnen. Wir wollten Verantwortung übernehmen und bedingungslos solidarisch sein, um unseren Beitrag zu leisten, die unbeherrschbare Ausbreitung des Corona-Virus, mit den schrecklichen Folgen, zu verlangsamen. Uns war klar, wir werden so schnell nicht wieder aufsperren. Das war traurig und bedrückend, da wir das selbst nicht beeinflussen können.“

Mindestens zwei Monate keinen Umsatz, aber trotzdem Kosten, wie überlebt man das?

David Süß: „Wir haben vor gut drei Wochen die Soforthilfe beantragt und warten darauf. Damit können wir zwei Monate die Mieten für den Club und das Büro zahlen. Wir selbst leben im Augenblick von Rücklagen. Das ist schmerzlich, da wir das für Investitionen und neue Projekte dringend benötigen. Gestern haben wir bei der Bank nach einem Kredit der LfA angefragt, auch wenn wir damit Schulden aufbauen, benötigen wir das dringend, um länger durchzuhalten und den Neuanfang finanzieren zu können.“

Wenn du Oberbürgermeister oder Ministerpräsident wärst, was wären deine Maßnahmen, um der Gastronomie zu helfen?

David Süß: „Die Gastronomie, die Hotellerie ist wie viele andere Branchen unverschuldet in diese Existenz bedrohende Situation gekommen. Deshalb müssen die entstandenen finanziellen Schäden ersetzt werden.“

Wie können die Münchner euch aktuell unterstützen?

David Süß: „Zuerst, bitte bleibt gesund, bleibt vernünftig und vertraut auf unseren demokratischen Rechtsstaat. Bleibt solidarisch mit allen. Wenn Euch langweilig ist, wenn Ihr tanzen wollt, schaut in unseren Stream und auch auf „United We Stream Bayern“. Und freut Euch auf den Tag, wenn der Bass einsetzt.“

Weitere Interviews: https://www.barguide-muenchen.com/im-gespraech

Weitere Infos zur Münchner Bar- und Gastroszene bekommt ihr bei www.barguide-muenchen.com.

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