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Der Stille Dirigent

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Datum/Zeit
Date(s) - 29/01/2020 - 02/02/2020
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Veranstaltungsort
Kösk

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Mittwoch, 29. Januar bis Sonntag, 2. Februar 2020
Köşk, 19.30 Uhr
Schrenkstr. 8, 80339 München
Eintritt: 21 € / erm. 15 € | Tickets: Abendkasse, Reservierung: info@pfau-pr.de

Caitlin van der Maas
Der Stille Dirigent
Schauspiel: Miriam Haltmeier (Ildikó), Sofieke de Kater (Erzsébeth)
Musik: Friso van Wijck
Konzept, Text und Regie: Caitlin van der Maas
Dramaturgie: Teresa Martin
Bühne: Nanako Oizumi | Bühnenbau: Alex Ketterer | Kostüm: Henriette Müller
Licht: Max Kraußmüller | Video: Danilo Bastione
Produktion: Isabella Wehdanner | Produktionsassistenz: Ariadne Jakoby

Wann wird etwas zum Thema? Zu einem Thema, über das Menschen sprechen, Medien berichten,
zu einem Thema, das Dinge ins Rollen bringt und Veränderungen bewirkt? Wie kommt es, dass
manche Ereignisse totgeschwiegen werden, die eigentlich höchste Priorität haben sollten? Caitlin
van der Maas fragt ausgehend vom Ungarischen Volksaufstand 1956 gegen die kommunistische
Regierung, wie „Agenda Setting“ zustande kommt. Dafür schlägt sie den Bogen von der Historie
über persönliche Biographien einzelner Beteiligter bis in unsere Gegenwart. Eine wichtige Rolle
spielen das Philharmonia Hungarica Orchester und sein abwesender Dirigent. Der große
Strippenzieher – er ist nicht da.
Mit Unterstützung durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München.
HintergrundKös
1956, nach dem niedergeschlagenen Volksaufstand in Ungarn, wurde bei Wien das Philharmonia
Hungarica Orchester gegründet. Dieses Orchester bestand aus lauter ungarischen Exil-
Musiker*innen. Später verlegte das Orchester seinen Sitz nach Deutschland und wurde von der
Bundesrepublik Deutschland subventioniert, als Symbol der Sympathie Westeuropas für den
ungarischen Volksaufstand gegen den Kommunismus. Obwohl während des Aufstands in
Budapest durch Radio Free Europe Unterstützung durch Westeuropa versprochen wurde,
blieb diese aus. Stattdessen konzentrierten sich die Westeuropäer auf den wirtschaftlich
wichtigeren Suezkanal-Konflikt mit Ägypten.
In den siebziger Jahren haben McComs und Shaw in der Chapel Hill Studie die Frage untersucht,
wie Medien mit ihrer Berichterstattung die öffentliche Meinungsbildung beeinflussen. Aus dieser
Studie entstand der Begriff „Agenda Setting“ und die Aufteilung in drei Modelle: das
Aufmerksamkeitsmodell, das Hervorhebungsmodell und das Themenselektionsmodell. Zeitgleich
entwickelte die Kommunikationswissenschaftlerin Noelle-Neumann die „Theorie der
Schweigespirale“ und untersuchte, wie Angst vor Isolation die Meinungsbildung von Menschen
beeinflusst und welchen sozialen Druck diese Angst erzeugt.
Vor diesem Hintergrund entwickelt Caitlin van der Maas den Abend: „Die geschichtlichen Ereignisse
der Gründung des Philharmonia Hungarica Orchesters möchte ich für ein
Gedankenspiel über Agenda Setting anno 2019 verwenden. Die Suezkrise und der
Ungarische Volksaufstand wurden später bekannt als Beispiel für Agenda Setting: die Lenkung
oder Ablenkung der öffentlichen Aufmerksamkeit.“ „Der Stille Dirigent“ ist eine Reihung von drei
performativ-musikalischen Etüden, die drei Agenda Setting-Modelle verdeutlichen.
Caitlin van der Maas
wurde in Amersfoort in den Niederlanden geboren und studierte Regie an der Hochschule für
Theater in Amsterdam. Danach arbeitete sie als Regieassistentin an den Münchner Kammerspielen
bei Johan Simons. Seit 2015 ist sie freie Regisseurin und inszenierte unter anderem
„Face Me“, eine Solo-Produktion mit Sandra Hüller in einem unterirdischen Schwimmbad und
„Korridor“, über Wahrnehmungsveränderungen bei psychisch Kranken in der LMU Klinik in
München. 2015 war sie Stipendiatin an der Akademie der Künste Berlin. 2016 gewann sie mit
„Short-lived“, einem Oper Einakter über Alzheimer den 2. Preis beim Giesinger Kulturpreis. 2017
inszenierte sie die Oper „Cendrillon“ an der Dutch National Oper Academy, Amsterdam und Den
Haag. 2018 gewann sie den 1. Preis beim Neuköllner Opernwettbewerb mit dem Libretto „Arianna,
Ariadne, Ariane“. In München realisierte sie zuletzt u. a. die Projekte „Die goldene Lüge“ und das
Jugendtheaterstück „Mitten in der Nacht, verschlungen, unter dem Mond, in unserem hellen
Zimmer, in diesem dunklen Haus, irgendwo in der Welt“.
Sofieke de Kater (Erzsébeth)
Schloss 2009 ihre Ausbildung an der Amsterdamse Toneelschool en Kleinkunstacademie (Drama
and Contemporary Music Theatre in Amsterdam) ab. Seitdem spielte sie in verschiedenen
Theatergruppen, u.a. bei Toneelgroep De Appel, Stichting Nieuwe Helden, The Passengers, Hoge
Fronten und in der Comedygruppe Boesjans. Seit acht Jahren ist sie Mitglied der Jakop Ahlbom
Company und war in den Stücken „Vielfalt“, „Het Leven Een Gebruiksaanwijzing“, „Bug“, „Horror“,
„Innenschau [Revisited]“ und „Le Bal“.
Miriam Haltmeier (Ildikó)
absolvierte 2016 ihr Schauspielstudium an der Folkwang Universität der Künste. Im Juli 2014 wirkte
sie bei der Theatercollage „14/18 – Die Welt in Brand“ (Regie: Johannes Klaus/ Adolf Winkelmann)
mit, die in der Kokerei der Zeche Zollverein in Essen aufgeführt wurde, sowie auf Gastspielen am Al
Kasaba Theatre in Ramallah, Freedom Theatre Jenin und in Betlehem. Im Schauspielhaus Bochum
spielte sie 2014/15 in „Im Westen nichts Neues“ (Regie: Henner Kallmeyer). Am Stadttheater
Ingolstadt gastierte sie in der Produktion „Die Perser“ (Regie: H.G. Heyme). Seit der Spielzeit
2016/17 war sie festes Ensemblemitglied am Landestheater Schwaben in Memmingen und arbeitet
seit 2019 als freie Schauspielerin und Musikerin in München.
Friso van Wijck
studierte klassische Komposition, Jazz und kreative Musik. Seine Kompositionen wurden im
Amsterdamer Concertgebouw, im De Doelen, im Banff Center, in der Prince Mahidol Hall und in
Ensembles wie dem ASKO / Schoenberg, dem New Ensemble, dem Mondrian Quartet, dem Doelen
Ensemble, dem Thailand Philharmonic Orchestra, dem Akom Ensemble und der David Kweksilber
Big Band aufgeführt. Als darstellender Musiker arbeitet er mit zeitgenössischer, elektronischer und
improvisierter Musik, modernem Jazz, Rock, Metal und allen möglichen Crossovers.

Der Stille Dirigent
(c) András Mezei Walke
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