Nach Shitstorm-Attacke: Hofbräukeller und Alemannia-Burschenschaft versöhnen sich

Studentenverbindungen dürfen künftig wieder in den Hofbräukeller in München-Haidhausen. Allerdings wird sich Wirt Ricky Steinberg vorbehalten, rechtsradikale Burschenschaften auszuschließen. Nach einer Schitstorm-Attacke von Burschenschaftern waren die Facebook-Bewertungen der Gaststätte in den Keller gesackt.

Versöhnung Alemannia und Hofbräukeller
Nach Facebook-Shitstorm der Burschenschaften gegen Hofbräukeller in München
Versöhnung zwischen Jakob Schmidkonz , Alemannia Studentenverbindung, und Wirt Ricky Steinberg
Quelle Foto Hofbräukeller München

Am Sonntag, den 26. Juli 2015 konnten die Differenzen zwischen Hofbräukeller-Wirt Ricky Steinberg und der Katholischen Studentenverbindung Alemannia beigelegt werden. “In einem persönlichen und sehr konstruktiven Gespräch zwischen Steinberg und Vertretern der Alemannia konnte eine gemeinsame Lösung erzielt werden.”, so Steinberg. Hintergrund des Konfliktes war die Absage des Hofbräukellers auf eine Reservierungsanfrage der Alemannia. Die generelle Ablehnung der Vermietung der Veranstaltungsräume an Studentenverbindungen führte folglich in den sozialen Netzwerken zu einer Welle an Negativkommentaren gegen den Hofbräukeller.

Steinberg weißt darauf hin, dass es mit der Alemannia im Hofbräukeller in der Vergangenheit nie negative Vorfälle gab. Jakob Schmidkonz von der Alemannia betonte: „Mit einem solch heftigen Protest haben wir nicht gerechnet. Wir haben diesen „Shitstorm“ gegen den Hofbräukeller nicht bewusst initiiert.“ Die Mitglieder der Alemannia fühlten sich durch die Absage zu Unrecht für das Fehlverhalten anderer Studentenverbindungen bestraft. „Die Alemannia lehnt aus ihrem katholischen Glauben heraus jegliche Form von Ausländerfeindlichkeit und rechtem Gedankengut strikt ab. Mit christlicher Nächstenliebe sind diese Ideen in keiner Weise zu vereinbaren. Unsere Verbindung ist in ihrer Geschichte selbst durch Verbot, Enteignung und Verfolgung Opfer der nationalsozialistischen Diktatur geworden“, stellte Schmidkonz klar. Die Alemannia wird nun im nächsten Jahr ihr 135. Stiftungsfest im Hofbräukeller feiern. Steinberg und die Alemannia stellen gemeinsam klar: „Münchner Gastronomen und Verbindungsstudenten setzen sich aus der Mitte der Gesellschaft heraus für ein weltoffenes und tolerantes München ein, in dem für rechtsextremes Gedankengut und dessen Anhänger kein Platz ist.”

Hofbräukeller-Wirt Steinberg bekräftigte, dass der Hofbräukeller grundsätzlich allen Studentenverbindungen offen stehe, er sich aber zukünftig bei Anfragen die Zeit nehmen wird, sich genau über die jeweilige Verbindung zu informieren. Solche mit rechtem Gedankengut will er verständlicherweise auch zukünftig nicht bewirten. „Ich habe in meinem Lokal keinen Platz für braune Schafe“, wiederholte Steinberg. Auch wenn die ersten beiden Strophen des Deutschlandliedes nicht rechtsradikal und verboten sind, stellte er klar, dass er sie „auf Grund der negativen Außenwirkung hier nicht hören will.“ Dass auch Randale und schlechtes Benehmen gegen Angestellte und andere Gäste im Hofbräukeller keinen Platz haben, ist für beide Seiten eine Selbstverständlichkeit. „Wer sich daran nicht hält, bekommt Lokalverbot“, macht Steinberg unmissverständlich deutlich. Die Entscheidung, Burschenschaften keine Räume mehr zu vermieten, war von Steinberg auch deshalb getroffen worden, weil es in letzter Zeit mehrere Vorfälle mit Zerstörung von Mobiliar und rüdem Umgang mit den Bedienungen gekommen war.

Beide Seiten hoffen nun, dass es in der Verbindungslandschaft allgemein auf positive Resonanz stoßen wird und viele Verbindungsstudenten, die sich in den vergangenen Tagen für die demokratische und rechtsstaatliche Grundüberzeugung der Verbindungen im Allgemeinen einsetzten, ihre Bewertungen und Kommentare zum Hofbräukeller auf den diversen Internetportalen korrigieren werden. Momentan sind in Facebook noch 3.680 1-Sterne Bewertungen zu finden, was eine Gesamtnote von 2,5 von 5 Sternen ergibt.

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