Messerattacke am Hauptbahnhof in München: Hass auf Polizei war das Motiv

Von hinten mit einem Messer niedergestochen wurde am Montagmorgen ein 30-jähriger Polizist im Untergeschoss des Hauptbahnhofs in München. Der 23-jährige Täter konnte von Passanten überwältigt werden. Der Polizist wurde schwer verletzt, schwebt aber nicht in Lebensgefahr. Der Täter gab Hass auf die Polizei als Motiv an. Ihm wird versuchter Mord zu Last gelegt. 

Tatort Messerangriff auf Polizisten Hauptbahnhof München Zwischengeschoss
Tatort Messerangriff auf Polizisten Hauptbahnhof München Zwischengeschoss

(Update 10.12.2019) Bei einer Pressekonferenz hat die Münchner Polizei am Dienstag weitere Einzelheiten zur Messerattacke gegen einen Polizisten am Hauptbahnhof  vom Vortag bekannt gegeben. Josef Wimmer, Leiter der Mordkommission, sagte dabei: “Der Messerangriff war so heftig, dass das Messer im Hals-/Nackenbereich nahe der Klinge abbrach und im Körper des Opfers steckenblieb.” Die schwierige Operation sei gut verlaufen, allerdings könne man zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, ob es zu einer vollständigen Genesung des 30-jährigen Polizeibeamten kommen wird. Der Beschuldigte habe bei seiner Vernehmung als Motiv einen allgemeinen Hass auf Polizeibeamten angegeben und ausgesagt, dass er töten wollte. 

Ein vorläufige Begutachtung des Täters hat eine akute psychische Erkrankung ergeben. Anne Leidig von der Staatsanwaltschaft München erklärte, dass deshalb und wegen einer Gefahr für die Allgemeinheit ein Unterbringungsbefehl in die geschlossene Abteilung eines psychiatrischen Krankenhauses  erlassen wurde. Dem 23-Jährigen werden versuchter Mord und schwere Körperverletzung zur Last gelegt. Mordmerkmale wie niedrige Beweggründe und Heimtücke sieht Leidig als erfüllt an. 

Der Leiter der Pressestelle der Münchner Polizei, Marcus da Gloria Martins, ging dann noch auf die Nutzerreaktionen zu dem Fall in den sozialen Medien ein. Siehe “Polizeisprecher: Wir lassen uns von politischen Brandstiftern nicht instrumentalisieren

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(9.12.2019) Am 9. Dezember 2019 um 6.30 Uhr  kontrollierten zwei Polizeibeamte der Polizeiinspektion 16 (Hauptbahnhof) im Untergeschoss des Hauptbahnhofs eine Person. Plötzlich wurde ein 30-jähriger Polizist von hinten mit einem Messer angegriffen und am Rücken schwer verletzt. Der Polizist trug zwar eine Ausrüstung, die gegen Messerstiche schützen soll. Aber offensichtlich ist es dem Täter gelungen, den Stich oberhalb der Schutzweste anzubringen. 

Die Tat steht in keinem Zusammenhang mit der Personenkontrolle, wie Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins bei einer Pressekonferenz am Montag mitteilte. Der 23-jährige gebürtige Münchner konnte dann von dem anderen Polizisten und zufällig vorbei kommenden Passanten überwältigt und zu Boden gebracht werden. Er ist der Polizei schon öfters durch seine Verhaltensweisen aufgefallen und psychisch labil. Er wurde in Haft genommen. Die Staatsanwaltschaft muss nun dem Ermittlungsrichter die Entscheidung bekannt geben, ob gegen den Mann Haftbefehl wegen Mordversuch oder Einweisung in die Psychiatrie beantragt wird.

Der 30-jährige Polizeibeamte wurde in ein Münchner Klinikum eingeliefert. “Die Verletzungen sind tatsächlich schwerwiegender”, berichtet Polizeisprecher Gloria Martins. Er schwebt aber nicht in Lebensgefahr. 

Die Mordkommission der Münchner Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Da einige der Passanten, die mitgeholfen hatten, den Täter zu überwältigen, danach wieder weitergegangen sind, bittet die Polizei, dass sie sich melden. Der Aufruf richtet sich auch an weitere Passanten, welche die Tat beobachtet haben. Der Unbeteiligte, welcher von der Personenkontrolle betroffen war, hat sich zwischenzeitlich bei der Polizei gemeldet und sich als Zeuge zur Verfügung gestellt. 

Der Münchner Polizeipräsident Hubertus Andrä erklärt zu der Messerattacke: „Ich bin erschüttert über den feigen, brutalen und hinterhältigen Messerangriff auf einen meiner Beamten. Leider werden immer wieder Polizeibeamte und Rettungskräfte beleidigt, bedroht und angegriffen. Der Rechtsstaat muss daher mit aller Härte und Konsequenz nicht nur auf die Taten sondern bereits auch auf Bedrohungen reagieren. Unsere Gedanken, verbunden mit unseren besten Genesungswünschen, sind derzeit bei unserem verletzten Kollegen und seinen Angehörigen.“

Zeugenaufruf der Polizei:
Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 11, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

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