München: Eine halbe Million ist im Impfzentrum geschafft – OB Reiter beklagt Impfstoff-Mangel

Am vergangenen Wochenende wurde die 500.000ste  Corona-Schutzimpfung im Impfzentrum München-Riem verabreicht. Oberbürgermeister Dieter Reiter machte sich vor Ort ein Bild und bedauert, dass nach wie vor zu wenig Impfstoff geliefert wird. 131.000 registrierte Münchnerinnen und Münchner der Prioritätsstufe 3 warten noch auf einen Impftermin. 

500.000 Dosen im Impfzentrum München verimpft
Eine halbe Million Dosen im Impfzentrum München verimpft – Oberbürgermeister Dieter Reiter und Gesundheitsreferentin Beate Zurek mit Dieter Buchner (70), der die 500.000 Dosis bekommen hat, Quelle Foto Gesundheitsreferat, Tobias Haase

Eine halbe Million Impfdosen wurden bisher im Impfzentrum München Riem verabreicht. Dieter Buchner (70) machte am Sonntag, 6. Juni 2021, die halbe Million voll und hat seine zweite Dosis bekommen. Oberbürgermeister Dieter Reiter und Gesundheitsreferentin Beate Zurek begleiteten den Impfling und machten sich ein aktuelles Bild über die Lage im Riemer Impfzentrum. 

Reiter beklagte, dass nach wie vor zu wenig Dosen geliefert werden. 131.000 registrierte Personen der dritten Priorität stehen noch auf der Warteliste. Dazu kommen noch all diejenigen Registrierten, die keiner Prioritätsgruppe angehören. Sofern sie zwischenzeitlich nicht beim Hausarzt mehr Glück gehabt haben, müssen sie auch noch weiterhin Geduld haben. Denn in den nächsten Wochen dürfen nach der Maßgabe des Bayerischen Gesundheitsministerium nur Zweitimpfungen durchgeführt werden, weil zu wenig Impfstoff zur Verfügung steht. Der Oberbürgermeister sagte dazu: “Laufend haben wir die Kapazitäten ausgebaut und wären in der Lage, täglich 7.000 Menschen zu impfen. Ich hoffe, so wie viele Münchnerinnen und Münchner, sehr, dass wir bald mehr Impfstoff bekommen und unser leistungsstarkes Impfzentrum endlich in voller Auslastung betreiben können.“ Zurek bedauerte die mangelnde Datenlage vom Gesundheitsministerium für die weiteren Lieferungen: “Die Datenlage ist weiter unklar.” Sie bittet auch darum, das sich diejenigen im Registrierungsportal BayImco wieder löschen, die bereits beim Hausarzt erfolgreich waren. Das würde ebenfalls helfen, einen besseren Überblick zu erhalten, wie viele tatsächlich noch einen Termin im Impfzentrum benötigen. 

In dem nach Hamburg zweitgrößten Impfzentrum in Deutschland in Riem wurden bis Sonntag 317.000 Erst- und 183.000 Zweitimpfungen verabreicht. Das Zentrum in den Messehallen hält 120 Impfkabinen auf 20.000 Quadratmetern Fläche vor. Täglich sind rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz, darunter 74 Ärztinnen und Ärzte, die bis zu 7.000 Personen pro Tag impfen können. Es stehen 58 Arbeitsplätze für die Registrierung bereit. Auf dem Weg zur Impfung sind 150 und im Ruhebereich nochmal 200 Stühle zum Ausruhen platziert, bis zu 125 Rollstühle und sogar ein Shuttle-Verkehr auf Basis von 5 E-Cars (Golfwagen) fahren bei Bedarf den Impfling durch die weitläufigen Messehallen, um die bisweilen langen Wege innerhalb des Impfzentrums für Menschen mit Handicap zu erleichtern.

Die Gesundheitsreferentin ergänzt: „Zusätzlich zu den stationären Impfungen in Riem starten jeden Tag die mobilen Teams vom Impfzentrum aus in die Stadtbezirke, um die Menschen vor Ort zu erreichen. Es war uns von Anfang an wichtig, so vielen Münchnerinnen und Münchnern wie möglich eine Impfung anzubieten. Denn nicht alle können eigenständig zum Impfzentrum kommen. Dass sehr viele Bürgerinnen und Bürger dieses Angebot der mobilen Teams vor Ort angenommen haben, ist für uns ein schöner Erfolg.“

Zum Impfstart im Dezember 2020 versorgten mobile Impfteams zunächst die besonders gefährdeten Menschen in Alten- und Pflegeheimen, es folgten die Alten- und Service- Zentren (ASZ), verschiedene Anlaufstellen für die Impfung von Obdachlosen und Menschen in sozial prekären Lagen sowie Impfungen in Gemeinschaftsunterkünften. Insgesamt wurden so bislang – zusätzlich zu den stationären Impfungen im Impfzentrum selbst – rund 59.000 Erst- und Zweitimpfungen durchgeführt.

Rechnet man die Impfungen bei den Haus- und Fachärzten und in den Kliniken hinzu, so haben bislang 633.987 Personen (42.6, Prozent der  Gesamtbevölkerung) eine Erstimpfung und 314.976 eine vollständige Impfung erhalten (21,2 Prozent). Da sich seit heute, 7. Juni 2021, auf Beschluss des Bund-Länder-Impfgipfels auch Kinder und Jugendliche bereits ab 12 Jahren gegen Corona impfen lassen können, ist die impfberechtigte Münchner Bevölkerung von bislang 1.270.488 auf jetzt 1.316.385 Personen angewachsen.

Noch einige weitere Fakten zum Impfzentrum in München-Riem:  Die Laufleistung einzelner Mitarbeiter liegt an Spitzentagen bei ungefähr 25.000 Schritten. Täglich werden ca. 600 Flaschen Wasser und andere Erfrischungsgetränke getrunken und 300 Tassen Kaffee fließen jeden Tag aus den Maschinen.  Und für die aufwändige Dokumentation, die im Hightech-Freistaat Bayern analog stattfinden muss, fallen täglich 960 Kilogramm Papier an.

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