München: 80-Jährige vereitelt Callcenter-Betrug – Es folgt eine wilde Verfolgungsjagd

Eine 80-jährige Münchnerin hat am vergangenen Samstag den Betrug von falschen Polizeibeamten vereitelt, indem sie einen Nachbarn informierte, der die Polizei verständigte. Im Anschluss lieferten sich die Polizei mit den Abholern ein wildes Verfolgungsrennen durch Milbertshofen. Zwei der drei Täter, die letztlich zu Fuß flüchten versuchten, konnten festgenommen werden. 

Blaulicht Polizeiauto

Am Samstag, 12. Februar 2022, gegen 11:55 Uhr, erhielt eine über 80-jährige Münchnerin auf ihrem Festnetztelefon einen Anruf von einer unbekannten männlichen Person, welche sich als Mitarbeiter ihres Kreditinstitutes vorstellte. Im weiteren Verlauf des Telefonats gab der Unbekannte an, dass es zu illegalen Abbuchungen auf dem Konto der Dame gekommen sei, weshalb es Ermittlungen der Polizei gäbe. In diesem Zusammenhang wurde ein Polizeibeamter angekündigt, der ihre in der Wohnung befindlichen Wertgegenstände inklusive Bargeld sichten und sichern würde. Nachdem die Rentnerin der Übergabe zugestimmt hatte, informierte sie geistesgegenwärtig parallel ihren Nachbarn, der seinerseits die Münchner Polizei per Notruf verständigte.

Wilde Verfolgungsjagd der Polizei in Milbertshofen

Gegen 12:30 Uhr klingelte eine unbekannte männliche Person an der Haustür der Seniorin, betrat zunächst den Hausflur und flüchtete aber wieder, nachdem eine Nachbarin zeitgleich den Hausflur betreten hatte. Einer alarmierten uniformierten Polizeistreife fiel bei der Anfahrt zur Tatörtlichkeit ein verdächtiger Daimler Benz mit drei männlichen Insassen auf, der die Milbertshofener Straße in westlicher Fahrtrichtung befuhr. Als die Streife das Auto zum anhalten und an der Ampelkreuzung Milbertshofener Straße/Schleißheimer Straße kontrollieren wollte, flüchteten die falschen Polizisten in nördlicher Richtung auf die Schleißheimer Straße mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit.

Bei der Flucht wechselte das Auto mehrfach die Fahrstreifen und überfuhr mehrere Kreuzungen bei Rotlicht. In der Nähe des Mira Einkaufzentrums auf Höhe der Kreuzung Schleißheimer Straße/Dülferstraße überfuhr der Pkw erneut das Rotlicht und gefährdete dabei Personen, die gerade im Begriff waren, den Fußgängerübergang zu überqueren. Am nördlichen Ende der Schleißheimer Straße fuhr der PKW zunächst auf die Fortnerstraße und prallte beim Abbiegen in die Thelottstraße aufgrund überhöhter Geschwindigkeit in zwei  ordnungsgemäß am Fahrbahnrand geparkte Autos. Hierbei entstanden an allen drei Autos jeweils Sachschäden.

Zwei zu Fuß flüchtende Täter können festgenommen werden 

Im Anschluss an den Verkehrsunfall flüchteten die drei männlichen Insassen zu Fuß von der Unfallstelle. Im Rahmen einer großangelegten Nahbereichsfahndung konnten die polizeilichen Einsatzkräfte zwei der drei flüchtigen männlichen Personen festnehmen. Bei den Festgenommenen handelte es sich um zwei 21- und 24-jährige Deutsche aus Berlin und Bremen. Das Täterfahrzeug wurde zur
Polizeiverwahrstelle abgeschleppt.

Gegen die beiden Tatverdächtigen wurden durch den zuständigen Ermittlungsrichter des Amtsgerichts München am Sonntag, 13. Februar 2022, auf Antrag der Staatsanwaltschaft München I jeweils Untersuchungshaftbefehle unter anderem wegen des dringenden Tatverdachts der Beteiligung an einem Verbrechen des banden- und gewerbsmäßigen Betruges im Bereich Organisierter Callcenterbetrug, Phänomenbereich Falsche Polizeibeamte, erlassen. Darüber hinaus wird gegen die beiden Tatverdächtigen auch wegen mehrerer Verkehrsdelikte, unter anderem eines Vergehens der Straßenverkehrsgefährdung, Verkehrsunfallflucht sowie der Teilnahme an einem verbotenen Kraftfahrzeugrennen ermittelt.

Bei der dritten, noch flüchtige männliche Person laufen aktuell noch entsprechende polizeiliche Fahndungsmaßnahmen. Die weiteren Ermittlungen führt die AG Phänomene mit Unterstützung durch die Verkehrspolizei München.

Zeugenaufruf der Polizei:
Personen und potentielle Zeugen, die konkrete und sachdienliche Hinweise zu dem oben genannten Sachverhalt geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kriminalfachdezernat 3 -AG Phänomene-, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

 

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