Cold Case Sonja Engelbrecht: Leiche in Felsspalte versteckt – Weitere Knochenteile gefunden

Am 11. April 1995 war die damals 19-jährige Sonja Engelbrecht mit Freunden in München unterwegs. Am Stiglmaierplatz verliert sich ihre Spur. Seit 27 Jahren war sie verschollen. Im letzten Jahr haben Waldarbeiter im Altmühltal einen menschlichen Oberschenkelknochen gefunden. Durch verbesserte DNA-Auswertungen konnte der Knochen der Vermissten zugeordnet werden und damit ist erwiesen, dass Sonja Engelbrecht tot ist. Bei einer weiteren Suchaktion wurden Ende März 2022 weitere menschliche Knochen in einer Felsspalte gefunden, die zweifelsfrei auch Sonja Engelbrecht zugeordnet werden konnten. 

Timeline vom Verschwinden von Sonja Engelbrecht
Timeline vom Verschwinden von Sonja Engelbrecht – Auf der Website www.sonja-engelbrecht.de suchten die Eltern und Bekannte verzweifelt nach Hinweisen zum Verbleib der Vermissten 

(Update 31.3.2022) Im Laufe des Mittwoch, 30. März 2022, ging die Suche im direkten Bereich um den Auffindeort in dem Wald bei Kipfenberg weiter. Dabei konnten weitere Knochenteile aufgefunden werden.

Im Rahmen einer Untersuchung eines Knochenteils, das am Dienstag, 29. März 2022 gefunden wurde, konnte nun durch das Institut für Rechtsmedizin eine DNA festgestellt werden. Eine weitere Überprüfung ergab, dass sie mit der DNA von Sonja Engelbrecht übereinstimmt. Die Suchmaßnahmen in Kipfenberg gehen weiter. 

(Update 30.3.2022) Die Polizei hat diese Woche die Suchmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Mordfall Sonja Engelbrecht in einem Waldstück bei Kipfenberg im Altmühltal wieder aufgenommen. Bereits im vergangenen Sommer wurde dort ein Oberschenkelknochen der seit 1995 vermissten Münchnerin gefunden. Nun haben die Suchmannschaften weitere menschliche Knochenteile und ein Teil eines Unterkiefers mit Zähnen entdeckt. Die Leiche war wohl in einer Felsspalte versteckt. 

Seit Montag, 28. März 2022, werden in dem Wald ergänzende Suchmaßnahmen vorgenommen werden. Dafür sind unter Federführung des Kommissariats 11 wieder Beamte der Bereitschaftspolizei sowie weitere Unterstützungskräfte des Polizeipräsidiums München, des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd und des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord und spezielle Leichensuchhunde aus Kroatien eingesetzt.

Die Örtlichkeiten, die hierbei abgesucht werden, sind ein Ergebnis entsprechender fallbezogener Bewertungen, die von der Ermittlungsdienststelle vorgenommen wurden. Die Einschätzungen der Spezialisten dürften sich nach dem Fund der weiteren menschlicher Knochen nun als richtig herausgestellt haben. Denn am Dienstag, 29. März 2022, wurden Kletterer der alpinen Einsatzgruppe der Polizei Oberbayern in einer bemoosten Felsspalte fündig. Es wird davon ausgegangen, dass der oder die Täter den Körper an dieser Stelle versteckt haben. Am Mittwoch, 30 März 2022, hat die Spurensicherung die Suche um den Felsen herum fortgesetzt. Dabei wurden weitere Knochen und andere Beweisstücke gefunden. Der Fundort beim Felsen liegt etwa 200 Meter von der Stelle entfernt, wo Waldarbeiter im Sommer 2020 den Oberschenkelknochen gefunden haben (siehe Update unten).


(Update 28.1.22) Bereits im Sommer 2020 kam es in einem Waldgebiet bei Kipfenberg im Altmühltal zur Auffindung eines menschlichen Oberschenkelknochens. Hier kam es in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landeskriminalamt nun zu einem DNA-Treffer, in Bezug auf die in München seit dem Jahr 1995 vermisste Sonja Engelbrecht.

Im November 2021 wurden aufwändige Suchmaßnahmen in dem Waldgebiet gestartet, bei der bis zu 140 Polizeibeamte beteiligt waren. Allerdings konnten keine tatrelevanten Gegenstände gefunden werden. Die ermittelnde Mordkommission der Münchner Polizei hat nach dem Ende der Frostperiode weitere Suchmaßnahmen im Altmühltal angekündigt. 

Bereits früher wurde eine Belohnung für Hinweise ausgelobt, die zur Aufklärung des Vermisstenfalles führen. Es ergaben sich aber daraus keine Spuren, die weiterführten. Nun wurde für Hinweise, die zur Klärung der Tat oder zur Ergreifung des Täters führen, wurde die Belohnung auf 10.000 Euro erhöht, deren Zuerkennung unter Ausschluss des Rechtsweges erfolgt.

Zeugenaufruf der Polizei:
Personen, die entsprechende sachdienliche Angaben machen können, insbesondere zu möglichen Tatabläufen, Tätern oder sonstigen relevanten Beobachtungen, werden gebeten, sich umgehend mit dem sachbearbeitenden Kommissariat 11, Tel. 089/2910-0, oder auch jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.


(Erstmeldung 23.11.21) Seit dem 11. April 1995 gab es keine Spur der vermissten Fachoberschülerin Sonja Engelbrecht aus München. Nun herrscht Gewissheit, dass sie tot ist. Im vorigen Jahr hat ein Forstarbeiter in einem dichten Waldstück bei Kipfenberg im Altmühltal, Landkreis Eichstätt, einen menschlichen Knochen gefunden, der wahrscheinlich von Tieren ausgegraben und verschleppt worden war. 

Durch bessere Analyseverfahren konnte nun die DNA der seit 26 Jahren vermissten Sonja Engelbrecht zugeordnet werden. Die Münchner Mordkommission greift den “Cold Case”-Fall wieder auf und hat umfangreiche Ermittlungen in Gang gesetzt, um den Fall nun endlich aufklären zu können.

Aufgrund der neuen Tatsachen wurden nun zeitnah ab Dienstag, 23.  November 2021 aufwändige Suchmaßnahmen in dem betreffenden Waldgebiet bei Kipfenberg initiiert. Hierzu waren etwa 100 Polizeibeamte eingesetzt, die hauptsächlich von der Bayerischen Bereitschaftspolizei gestellt wurden. Auch spezielle Leichensuchhunde, die auf Knochen spezialisiert sind, wurden ergänzend mit eingesetzt. Die Absuchen werden auch im Laufe der Woche noch weitergeführt. .Die ermittelnde Münchner Mordkommission, die auch von Kollegen aus  Ingolstadt unterstützt werden, erhofft sich, weitere Hinweise zu Sonja Engelbrecht oder auch zusätzliches Beweismaterial aufzufinden.

Außerdem hat die Münchner Polizei einen Zeugenaufruf gestartet:

Wer hat ab dem Zeitpunkt 11.04.1995 Beobachtungen in dem Waldgebiet zwischen Kipfenberg und Pfahldorf im Altmühltal machen können, die weitere Aufschlüsse geben können. Personen, die hier sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit der Mordkommission des PP München, Tel. 089/2910-0 oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

 

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