78 Jähriger abgezockt: Polizei München warnt vor Fernwartungsbetrug

Ein angeblicher Mitarbeiter einer EDV-Firma hat am Dienstag einen 78-jährigen Münchner dazu gebracht, seinen Computer für einen Fernzugriff freizugeben. Dann ermunterte der Trickbetrüger den Senior, Nummern von Guthabenkarten einzugeben. Der Mitarbeiter eines Geschäfts verhinderte dann, dass das Betrugsopfer weitere Guthabenkarten kaufte und so dem Trickdieb nicht wieder auf den Leim gehen konnte. 

Senior am Telefon
Senior am Telefon, Quelle Bild polizei-beratung.de

Am Dienstag, 26. Januar 2021, gegen Mitternacht, erhielt ein 78-Jähriger in München-Forstenried einen Anruf auf seinem Festnetz-Telefon. Der Anrufer gab sich als angeblicher Mitarbeiter einer EDV-Firma aus, welcher den Computer des 78-Jährigen reparieren wollte. Hierzu sei es nötig, den Computer fernzusteuern. Er überzeugte den 78-Jährigen davon, mehrere Eingaben am Computer durchzuführen, um eine Fernzugriff auf seinen Computers zu erlauben.

Der 78-Jährige wurde aufgefordert, Guthabenkarten für den Erwerb von Software im Wert von mehreren Hundert Euro zu kaufen und die freigerubbelten Nummern auf einer Seite einzutragen, auf die der Trickbetrüger den Zugriff hatte. Nachdem der 78-Jährige dies getan hatte, wurde er am darauffolgenden Tag aufgefordert nochmals weitere Karten zu erwerben und wieder die freigerubbelten Nummern einzutragen.

Als der 78-Jährige im Bereich der Forstenrieder Allee in mehreren Läden die besagten Guthabenkarten erwarb, wurde er von einem Mitarbeiter eines der Geschäfte angesprochen, der den Kauf hinterfragte und so Zweifel beim 78-Jährigen weckte, dass er Opfer einer Straftat geworden sein könnte.

Einer Polizeistreife der Polizeiinspektion 29 (Forstenried) nahm den Fall auf und die Münchner Kriminalpolizei übernahm die weiteren Ermittlungen.

Warn- und Verhaltenshinweise Ihrer Münchner Polizei:
– Straftäter geben sich als Mitarbeiter des technischen Supports von EDV-Firmen aus und versuchen per Telefon oder über gefälschte Warnhinweise auf dem Bildschirm Ihres Computers Zugriff zu erlangen
– EDV-Firmen führen nach eigenen Angaben keine unaufgeforderten Telefonanrufe durch, um schadhafte Geräte zu reparieren. Selbst auf offizielle Support-Anfragen erfolgen Hilfestellungen fast ausschließlich per E-Mail.
– Werden Sie von einem angeblichen Mitarbeiter großer Software-Firmen angerufen, beenden Sie das Gespräch sofort durch Auflegen!
– Haben Sie bereits mit einem falschen EDV-Mitarbeiter gesprochen, trennen Sie Ihren PC vom Netz (zum Beispiel den Flugmodus einschalten oder LAN-Stecker ziehen) und ändern Sie Ihre Passwörter!
– Wenn Sie mit einer Sicherheitswarnung auf dem Bildschirm aufgefordert werden, selbst den angeblichen Support anzurufen, um Ihren Rechner von Viren befreien zu lassen, ignorieren Sie diesen Warnhinweis und laden keine Anhänge herunter. Diese Aufforderungen sind nicht von seriösen Absendern.
– Geben Sie keinem Fall Ihre privaten Daten heraus und erwerben oder installieren Sie bei einem Telefonat keine Fremdsoftware auf Ihrem Computer, Tablet oder Smartphone
– Lassen Sie sich nicht von Drohungen irritieren, wonach die Anrufer Ihr Betriebssystem löschen, wenn Sie das Programm nicht installieren
– Legen Sie auf und verständigen Sie im Zweifel den Notruf der Polizei 110.

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