DOK.fest München: Wegen Corona Start morgen als Online-Festival – 121 Filme abrufbar – 21 Weltpremieren

Wegen der Coronakrise kann das DOK.fest, das Münchner Filmfestival für Dokumentationsfilme, nicht wie gewohnt in den Kinosälen stattfinden. Es wird daher vom 6. bis 17. Mai als Onlinefestival statt. Die Filme werden als Stream angeboten. 121 Filme aus 42 Ländern, davon 21 Weltpremieren , werden abrufbar sein. 

Bruno Ganz - Die Winterreise Foto: © DOK.fest München
Bruno Ganz – Die Winterreise Foto: © DOK.fest München

Das DOK.fest München ist das erste große deutsche Dokumentarfilmfestival, das aufgrund der Corona-Krise online stattfindet. Es zeigt 121 Filme aus 42 Ländern: Bei der Online-Edition ist somit der überragende Teil der 159 Filme zu sehen, die für das reguläre Festival bereits bestätigt waren. Bemerkenswert ist die Zahl der Premieren: 21 Filme feiern beim DOK.fest München @home ihre Weltpremiere, weitere 69 ihre Deutschlandpremiere. Darunter sind Ai Weiweis Film “Vivos, Swinger – Die wunderbare des Partnertauschs” und “#Unfit. The Psychology of Donald Trump”.

Unter anderem ist auch der im letzten Jahr verstorbene Schauspieler Bruno Ganz in seiner letzten Rolle ist im Dokumentationsfilm “Die Winterreise” zu sehen. Er läuft in der Schwerpunktreihe “DOK.focus lasting memories”, die sich mit Zeitzeugen des Nationalsozialismus und dem Umgang der nachfolgenden Generationen mit deren Vermächtnis beschäftigt. 

Es ist bedauerlich, dass unser Festival nicht wie geplant in den Kinos stattfinden kann. Aber dass derart viele Filmschaffende ihre neuesten Werke auch bei unserer Online-Edition zeigen, und drei Viertel davon sogar in Welt- oder Deutschlandpremiere, hat unsere optimistischen Erwartungen noch übertroffen”, sagt Festivalleiter Daniel Sponsel. “Das Programm, das wir dem Publikum zeigen können, unterscheidet sich kaum von dem des ursprünglich geplanten Festivals.”

Das Programm ist auf der DOK.fest Website zu finden. Die 121 Filme sind vom 6. bis 24. Mai für jeweils 4,50 Euro (oder freiwillig 5,50 Euro inklusive 1 Euro Beitrag für die Partnerkinos) unter www.dokfest-muenchen.de zu sehen. Mit einem Festivalpass für 50 Euro sind alle Filme abrufbar. 

Premieren Highlights 

VIVOS

Im September 2014 werden 49 mexikanische Student.innen von Polizeikräften und anderen maskierten Angreifern brutal angegriffen. Sechs von ihnen sterben, der Rest verschwindet spurlos, der Fall ist nach wie vor ungeklärt. Mit meditativen, atemberaubenden Fotografien und intimen Interviews beschreibt der berühmte Künstler und Filmemacher Ai Weiwei die Geschichten der Opfer und ihrer Angehörigen. (Regie: Ai Weiwei /  Deutschland 112 Minuten / Spanisch mit englischen Untertiteln)

SWINGER – DIE WUNDERBARE WELT DES PARTNERTAUSCHS

Die deutsche Swinger-Szene in Clubs, Pornokinos und Wohnzimmern: Angela swingt am liebsten in ihrer Heimat Franken. Claudia hatte schon mit 15 ihren ersten Dreier. Angelika sucht den Mann fürs Leben in thüringischen Pornokinos. Und Tom liebt seine Frau sogar noch mehr, wenn er sie beim Sex mit fremden Männern beobachten kann. (Regie: Stefan Zimmermann / Deutschland, 75 Minuten)

#UNFIT. THE PSYCHOLOGY OF DONALD TRUMP

Eine Reise ins Herz der Finsternis: Psychiater und Journalisten analysieren die mentale Verfassung von Donald Trump, dem mächtigsten Soziopathen der Welt. (Regie: Don Portland / USA, 83 Minuten / Englisch)

DIE WINTERREISE

Der letzte Film mit Bruno Ganz ist eine Mischung aus Spiel- und Dokumentarfilm. Er erzählt von der Suche des US-Amerikaners Martin Goldsmith nach der geheimnisvollen Vergangenheit seiner Eltern. Er konfrontiert seinen alternden, in Arizona lebenden Vater Gunther (Bruno Ganz) damit, und ihr Gespräch führt Vater und Sohn ins Deutschland der 1930er Jahre. Dort waren Gunther und seine Frau Rosemarie als junge Musiker Teil des Jüdischen Kulturbundes, der von Goebbels initiiert wurde. Sie gaben alles für die Musik, bevor sie das schreckliche Ziel des Projekts erkannten. (Regie: Anders Østergaard / Deutschland, 88 Minuten / Englisch, Deutsch mit englischen Untertiteln)

ONCE WERE BROTHERS: ROBBIE ROBERTSON AND THE BAND

„The Band ist die größte Band in der Geschichte des Universums“, sagte George Harrison. In ONCE WERE BROTHERS erzählt Band-Leader Robbie Robertson die ganze unglaubliche Geschichte: The Band begleitete Bob Dylan, als er auf der ganzen Welt ausgebuht wurde, und nahm mit ihm legendäre LPs auf. Die eigenen Alben von The Band änderten dann den Gang der Rockgeschichte, wie Fans wie Bruce Springsteen und Eric Clapton erläutern. Später nahm das Leben der meisten Mitglieder eine tragische Wendung. (Regie: Daniel Roher / Kanada, USA, 100 Minuten / Englisch)

TONSÜCHTIG – DIE WIENER SYMPHONIKER VON INNEN

Das Innenleben der Wiener Symphoniker: TONSÜCHTIG bietet faszinierende Einblicke in die Welt des berühmten Orchesters, zeigt Musiker zwischen Grandiosität und Zerreißproben. Der Film ist ein visuelles wie musikalisches Erlebnis. (Regie: Iva Švarcová, Malte Ludin / Österreich, 90 Minuten)

 

 

 

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