Corona-Ausbruch bei der Stadtsparkasse zeigt: Mutationen in München auf dem Vormarsch

21 Mitarbeiter eines Callcenter der Stadtsparkasse München und 18 Kontaktpersonen haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Bei den Screenings wird bei sechs Mitarbeitern die britische Variante B.1.1.7 vermutet. Außerdem besteht bei 13 der 18 Kontaktpersonen der Verdacht auf eine Mutation. Den Vormarsch der neuen Corona-Varianten beobachtet ein Münchner Labor bereits seit Wochen. 

Hauptstelle Stadtsparkasse München Tal mit Turm Altes Rathaus
Hauptstelle der Stadtsparkasse München Tal mit Turm Altes Rathaus

Am Dienstag wurde bekannt, dass es im Callcenter der Stadtsparkasse München im Verwaltungsgebäude in der Ungererstraße in München-Schwabing 21 Fälle mit Corona-Infektionen gegeben hat. Davon hat bei sechs Personen ein Screening-PCR den Verdacht ergeben, dass sie sich mit der britischen Variante B.1.1.7 infiziert haben. Eine Bestätigung durch die Genomsequenzierung steht allerdings noch aus. 

Das Gesundheitsamt hat am Mittwoch bestätigt, dass von den 21 Personen 15 ihren Wohnsitz in München haben und sechs außerhalb. Außerdem sollen sich 18 Kontaktpersonen der Sparkassen-Mitarbeiter infiziert haben, wovon 13 Verdachtsfälle für die britische Variante sind. Auch hier muss die Sequenzierung noch Klarheit bringen. Die infizierten Kontaktpersonen sind keine Kunden der Sparkasse, da die Callcenter-Mitarbeiter keine persönlichen Kundenkontakte haben. Schnelltests des Personals in der betroffenen Abteilung haben keine weitere Infektionen zu Tage gefördert. 

Den Vormarsch der Corona-Mutationen im Raum München stellt das Münchner Labor Becker & Kollegen bereits seit Wochen fest. Der Anteil der neuen Virenvarianten aus England, Südafrika und Brasilien betrug in der ersten Januar-Woche dieses Jahres lediglich 0,23 Prozent aller positiven Proben.  In der Woche 8. bis 14. Februar lag der Anteil der neuen Varianten bereits bei 25,2 Prozent.

Das Münchner Labor hatte schon früh eine neue Testmethode entwickelt, um den neuen Varianten schnell auf die Spur zu kommen. Bisher hat es tagelang gedauert, bis festgestellt werden konnte, ob es sich um den Wildtyp des SARS-CoV-2-Virus oder um eine Mutation gehandelt hat. Das hat daran gelegen, dass immer die komplette Sequenz des Genoms analysiert wurde. Das Labor Becker & Kollegen ist einen anderen Weg gegangen, um schneller zu sein. Es wird nur das Andock-Protein an die menschliche Zelle untersucht, welche bei den veränderten Viren charakteristisch ist. 

Allerdings kann bei dieser schnellen Testmethode nicht festgestellt werden, ob es sich um die britische (B1.1.7), südafrikanische (B1.351) oder brasilianische (B1.1.28) Variante handelt. Denn alle drei haben die Gemeinsamkeit, dass sie an der gleichen Andockstelle zwischen Virus und menschlicher Zelle mit der Nummer 501 verändert sind. Genau dieses Andock-Protein wird beim Schnelltest analysiert. Will man sich sicher sein, mit welcher Mutations-Variante der positiv Getestete infiziert worden ist, dann dann muss eine vollständige Sequenzierung vorgenommen werden.

Daher wird wie bei den Fällen in der Stadtsparkasse München auch zuerst von Verdachtsfällen gesprochen, nachdem bei den Schnelltests eine veränderte Andock-Stelle festgestellt worden ist. Erst nach der genauen Analyse, die nach wie vor einige Zeit in Anspruch nimmt, kann dann festgestellt werden, mit welcher Mutation die infizierte Person belastet ist. 

Auf die rasante Zunahme der neuen Mutationen, die als ansteckender gelten als der Wildtyp, hat am 17. Februar 2021 Gesundheitsminister Jens Spahn auf einer Pressekonferenz hingewiesen. Nach den Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) machte die britische Variante vor zwei Wochen noch sechs Prozent aller Infektionen aus, jetzt sind es bereits 22 Prozent. Jede Woche verdoppelt sich die Zahl momentan. Spahn befürchtet, dass diese Variante bei uns bald dominieren wird. Die neuen Mutanten gelten als ansteckender, als der Wildtyp. Deshalb wurden in Deutschland auch Einreisebeschränkungen aus Ländern oder Gebieten verhängt, in denen sich die Varianten stark verbreitet haben. Dazu zählen momentan Großbritannien, Südafrika, Tschechien und Tirol. 

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