NKM – Neues Kollektiv München & Gäste

Wann

15/12/2023    
20:00 - 23:00

Wo

Schwere Reiter
Dachauer Str. 114, München, Bayern, 80636, Oberbayern

Veranstaltungstyp

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Freitag, 15.12.23
20 Uhr
Schwere Reiter, Dachauer Str. 114, 80636 München
Reservierung: www.schwerereiter.de
18 € / ermäßigt 12 €

NKM – Neues Kollektiv München & Gäste:
Das Klavier, ein durchaus interessantes Musikmöbel mit Caio de Azevedo, Anna-Maria Bogner, Sachiko Hara, Friedemann von Rechenberg, Christoph Reiserer, Julia Schölzel, Alexander Strauch, Mugi Takai und Leon Zmelty
In seinem letzten Konzert des Jahres 2023 verschreibt sich das NKM ganz und gar dem Klavier und entdeckt das Musikmöbel neu:
Ein Instrument steht wie kein anderes für die bürgerliche Musikkultur Europas: das Klavier. Kann dieses Möbelstück aus den Wohnzimmern und von den Konzertbühnen jetzt entrümpelt werden? Dafür ist es wohl doch zu interessant. Schon Paul Hindemith spricht in seiner „Suite 1922“ von einer „interessanter Art Schlagzeug“ und John Cage greift dann gleich noch direkt ein mit Schrauben und Nieten und initiiert das präparierte Klavier.
Im Konzert des NKM wird in Oksana Omelchuks „Böhmisches Lied“ der Klavier-Korpus mit Spieluhren und Pizzicati im Innenraum verfremdet. Sergey Khismatovs „Suprematische Komposition Nr. 1“ in der Fassung für Klavier spielt mit einer Note im Sinne Malewitschs und sein „AUE“ für E-Gitarre konfrontiert uns im steten Wechsel mit einem Strudel an Effekten. Leon Zmelty, der E-Gitarrist des NMK, ist der Komponist der Uraufführung „Requiem für ein Klavier“ für E-Gitarre, Saxofon und Live-Elektronik, die statt eines Lautsprechers das Klavier als Resonanzkörper nutzt.
Das ebenfalls neue Werk von Caio de Azevedo namens „Chopin’s Waterloo“ ließ sich durch eine Skulptur von Arman, der einen Flügel zerlegte, inspirieren. Julia Schölzels neues Stück „Le midi a l’Escoure“ für Klavier, Video und Präparist:innen ist eine Hommage an die Natur.
Zu guter Letzt „beerdigt“ Alexander Strauch das Klavier mit seiner neuen Komposition „To bury a piano“: man kennt das Klavier oft als eine Art Familienaltar mit Fotos der Liebsten und Zierdecken und Pflanzen, die das Klavier in eine Art Familiengrab verwandeln – hier als Hommage an das Klavier als den verblichenen Träger der Musik des 19. und 20. Jahrhunderts, heute abgelöst durch elektronische Tasteninstrumente.

Neues Kellektiv München
(c) Smailovic