Münchner Philharmoniker: Chefdirigent und Putin-Freund Valery Gergiev entlassen

Oberbürgermeister Dieter Reiter hat dem Chefdirigenten der Münchner Philharmoniker Valery Gergiev ein Ultimatum gestellt. Wenn er sich nicht bis Montag von dem Angriffskrieg von Putin gegen die Ukraine distanziert, kann er nicht mehr Chefdirigent bleiben. Nachdem er sich nicht geäußert hat, wurde er am 1. März 2022 entlassen. 

Münchner Philharmoniker Chefdirigent Valery Copyright Foto Tobias Hase
Münchner Philharmoniker Chefdirigent Valery Copyright Foto Tobias Hase

(Update 1.3.2022) Oberbürgermeister Dieter Reiter hatte den Chefdirigenten der Münchner Philharmoniker, Valery Gergiev, aufgefordert, sich von Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine distanzieren. Er hat auf das Ultimatum, das am Faschingsdienstag abgelaufen ist, nicht geantwortet. Daraufhin hat Reiter ihn entlassen. 

Dazu erklärt der Oberbürgermeister: „München trennt sich von Chefdirigent Valery Gergiev. Es wird damit ab sofort keine weiteren Konzerte der Münchner Philharmoniker unter seiner Leitung geben. Valery Gergiev hat sich trotz meiner Aufforderung, sich eindeutig und unmissverständlich von dem brutalen Angriffskrieg zu distanzieren, den Putin gegen die Ukraine und nun insbesondere auch gegen unsere Partnerstadt Kiew führt, nicht geäußert. Ich hätte mir erwartet, dass er seine sehr positive Einschätzung des russischen Machthabers überdenkt und revidiert. Das hat er nicht getan. In der aktuellen Situation wäre aber ein klares Signal für das Orchester, sein Publikum, die Öffentlichkeit und die Stadtpolitik unabdingbar gewesen, um weiter zusammenarbeiten zu können. Nachdem dies nicht erfolgt ist, bleibt nur eine sofortige Trennung. Alles weitere werden wir so schnell wie möglich klären.“

(Update 26.2.2022) Daran könnte sich Valery Gergiev ein Beispiel nehmen: Vladimir Jurowski ist Chefdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin und ebenfalls russischer Staatsbürger. Er ließ am Wochenende in Berlin bei den Konzerten zu Beginn die Ukrainische Nationalhymne spielen. 

Der aus Russland stammende Chefdirigenten der Tschechischen Philharmonie, Semjon Bytschkow, äußerte zum Angriff Putins auf die Ukraine, dass man nicht schweigen dürfe, wenn sich die Geschichte wiederholen würde. Er verwies dabei auf den die Niederschlagung des ungarischen Volksaufstandes 1956 und den Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten im Jahr 1968 in die damalige Tschechoslowakei.


(Erstmeldung 25.2.2022) Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter erklärte am Freitag: “„Ich habe gegenüber Valery Gergiev meine Haltung klargemacht und ihn aufgefordert, sich ebenfalls eindeutig und unmissverständlich von dem brutalen Angriffskrieg zu distanzieren, den Putin gegen die Ukraine und nun insbesondere auch gegen unsere Partnerstadt Kiew führt. Sollte sich Valery Gergiev hier bis Montag nicht klar positioniert haben, kann er nicht länger Chefdirigent unserer Philharmoniker bleiben.“ Diese Forderung habe er gemeinsam mit den Orchestervertretern abgesprochen, so der OB.  

In einem Schreiben an Valery Gergiev fordert der OB ihn auf, sich deutlich zu positionieren. Gergiev ist ein Freund Putins und hat in der Vergangenheit die Syrien- und Ukrainepolitik des russischen Staatspräsidenten immer unterstützt. Bereits sein Start in München im Jahr war holperig. 2014 hatte er in einem offenen Brief zusammen mit anderen Künstlern die Besetzung der Krim unterstützt. 

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat München, Florian Roth, geht in einem Tweet nicht davon aus, dass sich Gergiev dem Ultimatum beugt und dass dieser kein Konzert mehr der Münchner Philharmoniker dirigieren wird. 

Auch die Mailänder Scala hat Gergiev ein ähnliches Ultimatum wie München gestellt. Die Wiener Philharmoniker haben bereits reagiert und Putin-Unterstützer Gergiev für die Konzerte des Wiener Orchesters im März in der Carnegie Hall, New York, durch den Dirigenten Yannick Nézet-Séguin ersetzt. 

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