München: Versuchter Mord mit dem Taxi – Fußgänger absichtlich überfahren

Ein Taxifahrer hat am Sonntagabend in Schwabing einen 25-jährigen Münchner bewusst überfahren und schwer verletzt. Er reagierte damit darauf, dass ein Fußgänger mit der flachen Hand gegen die Scheibe des Wagens geschlagen hatte, nachdem der Taxler mit überhöhter Geschwindigkeit knapp an ihm vorbei gebraust war. Der 58-jährige Taxler setzte daraufhin kurzerhand zurück und rammte ihn frontal. Daraufhin beging er Fahrerflucht, stellte sich aber später auf einer Polizeiwache selbst. Die Staatsanwaltschaft stuft das Delikt nun als versuchten Mord ein. Der Taxifahrer wurde verhaftet und sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.

Symbolbild Taxi
Symbolbild Taxi

(Update 4.9.2016) Wie bereits berichtet, kam es am Sonntag, 28. August 2016, gegen 22.45 Uhr, in der Schwabinger Franzstraße zu einem Konflikt zwischen einem 25-jährigen Fußgänger und einem 58-jährigen Taxifahrer. Der Taxifahrer bog mit überhöhter Geschwindigkeit von der Siegesstraße kommend in die Franzstraße ein, wobei er von einem Fußgänger durch Zeichen aufgefordert wurde, langsamer zu fahren. Nachdem der Fußgänger beim Vorbeifahren gegen die rechte Seitenscheibe des Taxis geklopft hatte, hielt der Taxifahrer an, setzte an dem Fußgänger vorbei zurück und fuhr dann wieder vorwärts. Dieses Mal hielt er genau auf den Fußgänger zu. Ehe sich dieser versah, wurde er von der Front des Taxis erfasst und fiel schließlich vor dem Fahrzeug auf die Fahrbahn. Der Taxifahrer fuhr dessen ungeachtet weiter und überfuhr den am Boden Liegenden. Danach hielt er kurz an und setzte seine Fahrt fort, ohne sich um den Verletzten zu kümmern.

Der Fußgänger erlitt erhebliche Verletzungen und musste zur stationären Behandlung in eine Klinik verbracht werden. Der 58-jährige Taxifahrer stellte sich kurze Zeit später bei der Polizeiinspektion 13 (Schwabing). Dort erklärte er, dass er an dem Unfall in der Franzstraße beteiligt gewesen sei. Der Sachverhalt wurde zunächst von der Verkehrspolizei aufgenommen und bearbeitet. Das Taxi wurde zur Spurensicherung abgeschleppt. Nach den ersten Zeugenaussagen und Prüfung durch die Staatsanwaltschaft wurde der Vorgang als versuchtes Tötungsdelikt eingestuft. Aus diesem Grund wurden die Ermittlungen der Mordkommission (Kommissariat 11) übertragen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ der Ermittlungsrichter am 2. September 2016 Haftbefehl wegen versuchten Mordes gegen den Taxifahrer. Dieser wurde am gleichen Tag festgenommen und in Untersuchungshaft genommen.

Der Fußgänger konnte zwischenzeitlich aus der Klinik entlassen werden. Die Ermittlungen dauern an – ein unfallanalytisches Gutachten wurde in Auftrag gegeben.

(29.8.2016) Am Sonntag, 28. August 2016, um 22.45 Uhr, überquerte ein 25-jähriger Münchner mit zwei weiteren Fußgängern die Franzstraße in München-Schwabing. Anschließend lief er auf der Fahrbahn weiter in Richtung Siegesstraße. Zeitgleich fuhr ein 58-jähriger Taxifahrer aus München mit seinem Daimler die Siegesstraße stadteinwärts. An der Einmündung zur Franzstraße bog er nach rechts in diese ab.  Hierbei fuhr er sehr zügig an den auf der Fahrbahn gehenden Fußgängern vorbei. Der 25-Jährige schlug deshalb mit der flachen Hand gegen die hintere rechte Scheibe des Taxis. Der 58-Jährige bremste ab und setzte zurück.

Anschließend fuhr das Taxi wieder an und fuhr auf den 25-Jährigen frontal zu. Dieser wurde auf die Motorhaube aufgeladen und anschließend zu Boden geschleudert. Das Taxi fuhr noch einige Meter weiter, hielt dann kurz an und setzte seine Fahrt in Richtung Leopoldstraße fort. Der 25-Jährige wurde bei dem Zusammenstoß schwer verletzt und musste mit dem Rettungsdienst zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden.

Etwa zehn Minuten nach dem Unfall suchte der Taxifahrer die nächstgelegene Polizeiinspektion auf und stellte sich dort.  Während der Unfallaufnahme war die Franzstraße total gesperrt. Es kam zu keinerlei Verkehrsbehinderungen.

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