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München: Totschlag wegen Streit um Handy-Video – Täter in Paris verhaftet

Am Karfreitag ist es in der Herzog-Wilhelm-Straße zwischen zwei Gruppen zu einem Streit gekommen, bei dem ein jugendlicher Täter einen 17-Jährigen mit Messerstichen lebensgefährlich verletzt hat. Das Opfer ist am 3. Mai 2019 im Krankenhaus verstorben. Bei dem Streit soll es ursprünglich darum gegangen sein, dass die Gruppe des Täters auf Fotoaufnahmen eines Handy zu sehen waren. Der Täter, ein 21-Jähriger, konnte am 2. Mai im Großraum Paris aufgegriffen und verhaftet werden. 

Straßenschild Herzog-Wilhelm-Straße München
Straßenschild Herzog-Wilhelm-Straße München

(Update 5.5.2019) Wie bereits berichtet kam es am 19.04.2019 zu einem zum damaligen Zeitpunkt versuchten Tötungsdelikt in der Herzog-Wilhelm-Straße in der Altstadt  von München. Am 3. Mai 2019 teilte das zuständige Krankenhaus mit, dass das 17-jährige Opfer an den Folgen seiner Verletzungen gestorben ist. Die Mordkommission der Münchner Polizei ermittelt deshalb nun wegen eines vollendeten Tötungsdelikts.

Die umfangreichen Ermittlungen der Kriminalpolizei hatten schon zuvor zur Identifizierung eines flüchtigen Beschuldigten geführt. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft München I wurde am 24.4.2019 ein Haftbefehl durch den zuständigen Ermittlungsrichter erlassen. Auf der Grundlage eines anschließend von der Staatsanwaltschaft erlassenen Europäischen Haftbefehls wurde dann eine internationale Fahndung nach dem Beschuldigten eingeleitet.

Nach intensiven Fahndungsmaßnahmen und dank einer hervorragenden Zusammenarbeit zwischen den deutschen und den französischen Polizei- sowie Justizbehörden konnte der Beschuldigte, ein 21-jähriger Afghane aus dem Landkreis Starnberg, am Donnerstag, 2.5.2019, im Großraum Paris durch die französischen Behörden verhaftet werden.

Durch die Ermittlungen konnte auch dessen Begleiter, ein 20-jähriger Afghane aus dem Landkreis München,identifiziert werden, welcher eine geöffnete Getränkedose auf den 17-Jährigen geworfen und im Anschluss auf diesen und einen weiteren Begleiter eingeschlagen hatte.

In diesem Fall wurde ebenfalls auf Antrag der Staatsanwaltschaft ein Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung durch den zuständigen Jugendrichter erlassen. Auch hier wurde eine internationale Fahndung mit einem Europäischen Haftbefehl eingeleitet. Der 20-Jährige konnte schließlich am 3.5.2019 durch die französischen Behörden ebenfalls im Großraum Paris verhaftet werden.

Beide Beschuldigten warten derzeit auf ihre Auslieferung nach Deutschland. Inzwischen konnten alle Beteiligten der Gruppe um den 21-jährigen Beschuldigten identifiziert werden.

(23.4.2019) Am Freitag, 19. April 2019, gegen 1 Uhr, war eine fünfköpfige Gruppe in der Herzog-Wilhelm-Straße in der Altstadt von München unterwegs und wollten an der dortigen Tankstelle Leergut abgeben. Dort trafen sie auf eine vierköpfige Personengruppe mit zwei Männern und zwei Frauen. Einer der Männer aus dieser Gruppe regte sich darüber auf, dass ein 17-jähriger Münchner aus der fünfköpfigen Gruppe mit seinem
Handy ein Video drehte und dabei eventuell auch Personen aus der anderen Gruppe mit aufnahm. Der unbekannte Mann schüttete dem 17-Jährigen den Inhalt seiner Getränkedose in das Gesicht. Anschließend kam es zu Handgreiflichkeiten, in deren Verlauf das Handy des 17-Jährigen zu Boden fiel.

Im Zuge der Auseinandersetzung bemerkte der 17-Jährige, dass das Display seines Handys gesprungen war. Um nochmals über diesen Schaden zu reden, ging er der Gruppe nach. Hierbei kam es erneut zu Handgreiflichkeiten, bei denen der Unbekannte dem 17-Jährigen sowie einem 18-jährigen Begleiter Stich- und Schnittverletzungen beifügte. Die beiden Verletzten gingen zu Boden. Der 17-Jährige verlor unmittelbar danach das Bewusstsein und war nicht mehr ansprechbar. Seine Begleiter leisteten Erste-Hilfe und versuchten die Blutungen zu stillen. Gleichzeitig verständigten sie die Rettungsleitstelle. Der 17-Jährige wurde unter laufender Reanimation in ein Krankenhaus eingeliefert. Er befindet sich in einem akut lebensbedrohlichen Zustand. Die Verletzungen des 18-Jährigen konnten ambulant versorgt werden.

Die vierköpfige Personengruppe floh nach der Tat über die Herzog-Wilhelm-Straße in Richtung Sendlinger Tor und anschließend vermutlich weiter über die Herzogspitalstraße und Kreuzstraße in Richtung Oberanger und Rindermarkt.

Das Kommissariat 11 hat die Ermittlungen wegen eines versuchten Totschlags übernommen.

Die Gruppe wird nach Zeugenangaben wie folgt beschrieben:

Unbekannter Täter: Männlich, ca. 175 cm, orientalischer Typ, ca. 17-18 Jahre alt, schwarze Haare mit Scheitel und oben länger als an den Seiten, schmale Augen.

Begleiter des unbekannten Täters: Männlich, ca. 170 cm, ca. 17-18 Jahre alt, orientalischer Typ, schwarze Haare, evtl. Drei-Tage-Bart, helle bis weiße Oberbekleidung mit Blutanhaftungen auf der Schulterrückseite.

Begleiterin 1: Weiblich, ca. 16-18 Jahre, 170-175 cm groß, schlank, schwarz gefärbte, lange Haare, Zahnspange, akzentfreies Deutsch, osteuropäischer Typ, bekleidet mit einer schwarzen Adidas-Jogginghose mit weißen Streifen und schwarzem Langarmshirt, weiße Turnschuhe, trug eine Handtasche.

Begleiterin 2: Weiblich, ca. 14-17 Jahre, 170-175 cm groß, normale Figur, hellbraune schulterlange Haare, bekleidet mit Jeans, weißen Turnschuhen, schulterfreies Shirt, darunter helles Spaghetti-Top.

Zeugenaufruf der Polizei:
Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 11, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

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