München: Versehentlich ausgelöster Hausnotruf führt zu riesigem Drogenlabor

Zufällig wurde am Dienstag in München-Laim ein Drogenlabor, Unmengen von Chemikalien und illegale Feuerwerkskörper gefunden. Eine Hausnotruf-Anlage hatte einen Pflegedienst alarmiert. Die Mitarbeiter entdeckten dann in der Wohnung eine Menge Chemikalien. Das Arsenal war so umfangreich, dass die Sicherung der Gegenstände in der Wohnung und im Keller auch noch am Mittwoch andauert. 

Drogenlabor in München ausgehoben
Drogenlabor in München ausgehoben
Quelle Foto Landeskriminalamt Bayern

Am 19.11.2019, ging gegen 11.30 Uhr aus bisher noch ungeklärten Gründen ein Hausnotruf aus einer Wohnung in der Ludlstraße in München-Laim bei einem Pflegedienst ein. Als der Pflegedienst mit einem Schlüssel die Wohnung öffnete, war niemand anwesend. Den Mitarbeitern fielen aber zahlreiche Chemikalien auf, deshalb verständigten sie die Polizei.

Die Münchner Polizei und die Berufsfeuerwehr München konnten vor Ort dies bestätigen, und da sich ein dringender Verdacht ergab, dass in der Wohnung synthetische Drogen hergestellt wurden, übernahmen Spezialisten des Bayerischen Landeskriminalamtes die weiteren Ermittlungen und Untersuchungen. Gegen 16 Uhr konnte der Tatverdächtige in der Nähe seiner Arbeitsstelle in München durch Kräfte der Münchner Polizei angetroffen und vorläufig festgenommen werden.

Die Absuche aller Räumlichkeiten gestaltete sich schwierig und umfangreich. In allen Zimmern der 3-Zimmer-Wohnung und im Keller war eine Vielzahl von Behältern mit Chemikalien aufbewahrt, deren Gefährlichkeit auf den ersten Blick nicht erkennbar war.

Deshalb waren neben den Rauschgiftermittlern auch Sprengstoffexperten, Entschärfer der Technischen Sondergruppe und ein Chemiker des Bayerischen Landeskriminalamtes eingesetzt. Außerdem waren zahlreiche uniformierte Beamte vor Ort, um eventuell notwendige Sofortmaßnahmen durchführen zu können. Da der 44-jährige Bewohner angab, auch über leicht radioaktives Material zu verfügen, wurden außerdem Strahlenschutzexperten des LKA angefordert.

Bei der Durchsuchung, die bis in die späten Abendstunden andauerte und am Mittwoch fortgesetzt werden muss, wurden bisher etwa 50 Kilogramm pyrotechnische Gegenstände und eine Vielzahl vermutlich illegaler Feuerwerkskörper gefunden. Außerdem fanden die Ermittler selbst hergestelltes synthetisches Rauschgift und eine große Menge an Chemikalien. Die Untersuchungen aller Gegenstände werden geraume Zeit in Anspruch nehmen.

Die weiteren Ermittlungen werden von der Staatsanwaltschaft München I und dem Bayerischen Landeskriminalamt geführt. Der 44-Jährige wird am Mittwoch dem Ermittlungsrichter vorgeführt.

 

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