Messermord München-Neuhausen: Täter zu 10 Jahre Haft und Sicherungsverwahrung verurteilt

Am 15. Juni 2018 ermordete in der Jutastraße in einer Wohnung in München-Neuhausen der damals 19-jähriger Münchner Lion K. die 25-jährige Schwester seiner Freundin. Außerdem verletzte er deren 53-jährige Mutter mit dem Messer schwer. Der Sohn der Familie wollte den Angreifer entwaffnen und wurde ebenfalls von ihm lebensgefährlich verletzt. Am 9. April 2020 wurde der 22-Jährige von der Jugendkammer des Landgerichtes München wegen Mord zu 10-Jahre Haft mit dem Vorbehalt für eine anschließende Sicherungsverwahrung verurteilt. 

Justizpalast Oberlandesgericht Justizia München

(Update 9.4.2020) Die Jugendkammer des Landgerichts München hat am 9. April 2020 den 22-jährigen Lion K. zu einer 10-jährigen Haft mit dem Vorbehalt einer anschließenden Sicherungsverwahrung in der Psychiatrie wegen Mord und versuchten Mord in zwei Fällen verurteilt. Er hatte 2018 die Schwester seiner Freundin mit dem Messer erstochen und deren Mutter und den Bruder lebensgefährlich verletzt. 


(Update 22.6.2018) Die beiden Männer, die als Zeugen gesucht wurden, sind identifiziert. Die Fotofahndung ist aufgehoben. 

(Update 21.6.2018) Im Rahmen der sofort eingeleiteten Fahndung konnte der 19-jähriger Tatverdächtige des Messermordes in Neuhausen am 15. Juni 2016 gegen 20.15 Uhr in der Lindwurmstraße durch Zivilbeamte erkannt und festgenommen werden. Bei seiner Festnahme befand sich der 19-Jährige in Begleitung von zwei Männern. Die beiden Personen flüchteten aber, als der 19-Jährige von den Polizisten überwältigt wurden, und konnten vor Ort nicht befragt werden. Das Amtsgericht München erließ einen Beschluss zur Öffentlichkeitsfahndung nach diesen beiden Zeugen. 

Zeugenaufruf:
Die beiden Männer sind vermutlich ca. 30 Jahre alt und wichtige Zeugen. Sie werden deshalb dringend gebeten sich bei der Polizei zu melden. 

Ebenfalls ist unklar, wo sich der 19-jährige Tatverdächtige in der Zeit zwischen ca. 16.00 Uhr und seiner Festnahme, gegen 20.15 Uhr, befand. Der Tatverdächtige war mit einem dunklen Trainingsanzug mit weißen Seitenstreifen bekleidet und hatte eine blutende Verletzung an der linken Hand.

Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, sowohl zu den beiden Männern, als auch zum 19-jährigen Tatverdächtigen, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 11, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen. 

(Update 19.6.2018) Sehr viele Fragezeichen zum Motiv werfe dieser Fall nach wie vor auf, betonte Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins auf der Pressekonferenz im Polizeipräsidium München am Dienstag. Es gibt noch keine Hinweise, warum der 19-Jährige Lion K. die Tat begangen hat. 

Der Ermittlungsleiter der Mordkommission , Frank Helwig, bestätigt noch einmal, dass der Tatverdächtige in der Wohnung auf die älteste Tochter, auf die Mutter, auf den 15-jährigen Jungen und auf den Hund eingestochen hat. Die 25-jährige Tochter wurde tödlich verletzt, die Mutter und der Sohn schwerst verletzt. Der Hund ist aufgrund der Messerstiche inzwischen in der Tierklinik ebenfalls verstorben. Der 15-jährige Sohn stellte sich zwischen Täter und dem Rest der Familie und konnte dem Messerstecher bei einem Handgemenge das Messer entwinden. Dabei erlitt der Junge seine schweren Verletzungen. Er konnte aber noch einen Notruf absetzen. 

Der 19-jährige Tatverdächtige ist dann in die Wohnung seines Elternhauses in der Nähe des Tatortes geflüchtet und hat sich dort umgezogen. Er hat auch eine Verletzung an der Hand notdürftig versorgt und verbunden. Vier Stunden später wurde er von Zivilbeamten in der Lindwurmstraße entdeckt und verhaftet. 

Vor Betreten der Wohnung ist er von kleinen Kindern beobachtet worden. Sie konnten der Polizei berichten, dass er Bier und einen Energy-Drink getrunken hatte. Dann habe er ein Messer gezogen und ist ins Haus gegangen. Die Tatwaffe, ein Küchenmesser, wurde am Tatort zurückgelassen. 

Der Beschuldigte, Lion K. (19), war dabei, seinen qualifizierten Schulabschluss zu machen. Er hatte seit drei Jahren ein Verhältnis mit der jüngsten Tochter der Opferfamilie. Die Familie hatte K. voll akzeptiert und ihn wie einen Sohn angenommen. Er war auch auf Urlaubsreisen dabei und hat sich regelmäßig in der Wohnung der Opferfamilie aufhalten können. 

Der Anwalt des Tatverdächtigen hat mitteilen lassen, das der Beschuldigte von seinem Schweigerecht Gebrauch machen werde. Auch die Familie wird keine Aussagen machen. Aus der Opferfamilie ist noch niemand vernehmungsfähig. Der Zustand der Mutter ist stabil, sie ist aber noch nicht über den Berg. Der verletzte Sohn ist außer Lebensgefahr und auf dem Weg der Besserung. 

Die Staatsanwaltschaft hat einen Haftbefehl wegen Mord und versuchten Mord in zwei Fällen. Der Beschuldigte war insofern der Polizei bekannt, weil es zwei Ermittlungsverfahren gegen ihn gab. Eines bezog sich auf eine Körperverletzung, wo er jemanden mit der Hand ins Gesicht geschlagen hatte. Das Verfahren wurde eingestellt. Beim zweiten Verfahren handelte es um schwere Körperverletzung. Er hatte im Oktober 2017 versucht, einen Bekannten mit einem Messer zu verletzen. Er wollte sich angeblich bei diesem Bekannten dafür rächen, weil dieser seiner Freundin berichtet habe, dass sie der Beschuldigte betrügen würde. Die Anklage für ein Verfahren beim Jugendgericht stand unmittelbar bevor und wird nun wohl mit dem aktuellen Fall verknüpft werden. 

Bei seiner Festnahme war er in Begleitung von zwei, etwa 30 Jahre alten Personen, welche die Polizei der Rauschgift-Szene zurechnet. Beide sind beim Zugriff der Polizei geflüchtet. Sie werden als Zeugen gesucht. Wo sich der 19-jährige Tatverdächtige in der Zeit zwischen ca.
16.00 Uhr und seiner Festnahme, gegen 20.15 Uhr, befand, ist derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen. Deshalb bittet die Polizei um Mithilfe der Bevölkerung.

Der Tatverdächtige war mit einem dunklen Trainingsanzug mit weißen Seitenstreifen bekleidet und hatte eine blutende Verletzung an der Hand. 

Personen, die hierzu sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 11, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

(17. 6.2018) Eigentlich war am Sonntag ein Termin für eine Pressekonferenz der Polizei anberaumt, auf der die Ermittlungsergebnisse zum Messermord in der Jutastraße in München präsentiert werden sollten. Bei der Suche nach einem Motiv des 19-jährigen mutmaßlichen Täters ist man allerdings noch nicht weitergekommen. Auch das Spurenbild am Tatort muss erst noch detailliert ausgewertet werden. 

Am Freitag, 15. Juni 2018, gegen 16 Uhr, war die Polizei zu einer Messerstecherei in einer Wohnung in der Jutastraße alarmiert worden.
Es wurden drei Personen und ein Hund mit Messerstichen verletzt. Eine 25-jährige Münchnerin ist kurz nach der Tat an ihren Verletzungen verstorben. Eine 53-jährige Frau und ein 15-jähriger Jugendlicher – beide aus München – wurden in ein Krankenhaus eingeliefert und bis Sonntag nicht vernehmungsfähig. 

Der Tatverdächtige, ein 19-jähriger Münchner,  konnte im Rahmen intensiver Fahndungsmaßnahmen gegen 20.15 Uhr in der Lindwurmstraße in der Innenstadt festgenommen werden. Er schweigt zur Tat.  Die Ergebnisse der ersten Ermittlungen deuten auf eine Beziehungstat hin. Der Tatverdächtige soll mit der Schwester der Getöteten liiert gewesen sein. 

 

Zurück Nach Corona-Infektionen: Helios Klinikum München wieder ohne Einschränkungen in Betrieb
Weiter München Klinik appelliert: In Notfall nicht zögern – aus Angst vor Corona nicht Lebensgefahr in Kauf nehmen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.