Der Weg des Amokläufers vom OEZ in sein Versteck in der Henckystraße

Das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) hat weitere Einzelheiten zum Weg des Amokläufers am 22.7.2016 vom OEZ zu seinem Versteck in einer Tiefgarage in der Henckystraße veröffentlicht. Im Parkhaus gab er 17 Schüsse auf ein leeres Auto ab. Danach begegnete er mehreren Menschen, auf die er nicht geschossen hat.

Bayerisches Landeskriminalamt LKA
Bayerisches Landeskriminalamt LKA

(16.8.2016) Der Weg des 18-jährigen Amokläufers vom Ort der ersten Schüsse bis zu dem Platz, an dem er sich selbst erschossen hat, konnte in weiten Teilen nachvollzogen werden. Von besonderer Bedeutung waren hier neben dem mehrfachen Einsatz eines polizeilichen Suchhundes vor allem viele Zeugenaussagen, die sich bei den Befragungen von mehr als 1000 Haushalten im Wohnviertel hinter dem OEZ ergeben haben.

Mehrere Bewohner haben den 18-Jährigen in einer logischen zeitlichen Abfolge zwischen dem OEZ und dem Gebäudekomplex in der Henckystraße gesehen. Somit steht für die Ermittler fest, dass der junge Mann vom OEZ in das Zwischengeschoss des dortigen Parkhauses wechselte, anschließend 17 Schüsse in ein geparktes Fahrzeug abgab und danach das oberste Parkdeck aufsuchte. Dort wurde er nach einem Streitgespräch mit einem Anwohner von zwei Polizeibeamten gesehen. Einer der Beamten gab bei dieser Gelegenheit einen Schuss auf den 18-jährigen ab, der diesen jedoch verfehlte.

Anschließend flüchtete der Täter über die nördliche Außentreppe des Parkhauses nach unten und überquerte die Riesstraße, wo er eine gegenüber liegende Grünanlage betrat. Auf zwischen den dortigen Häusern angelegten Gehwegen lief er – vermutlich ohne weitere Zwischenstopps – zur Henckystraße, wo er durch die unversperrte Haustüre in das Treppenhaus eines der Wohnanwesen gelangte. Im Treppenhaus hatte der Täter nacheinander Kontakt mit mehreren Anwohnern, die von ihm glücklicherweise weder bedroht noch angegriffen wurden.

Im Anschluss versteckte sich der Amokläufer nach momentaner Annahme der Ermittler für längere Zeit in der Tiefgarage des Wohnhauses, bevor er diese über eine Außentreppe wieder verließ. Unmittelbar danach traf er auf mehrere im Rahmen der Fahndung eingesetzten Polizeibeamte, vor deren Augen er schließlich Suizid beging.

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