Bevölkerungsentwicklung: Bayern vergreist zusehends – München wächst nicht so schnell

Neue Zahlen zur Entwicklung der Bevölkerungszahlen bis 2038 hat das Statistische Landesamt herausgegeben. Demnach wird München nicht so schnell wachsen, wie es älteres Zahlenmaterial prognostiziert hatte. 1,607 Millionen Einwohner werden demnach voraussichtlich in der Landeshauptstadt wohnen. 

Bevölkerungsentwicklung Metropolregion München
Bevölkerungsentwicklung Metropolregion München
Quelle Grafik Landesamt für Statistik

Ohne Zuwanderung würde die Bevölkerung in Bayern durch den Sterbeüberschuss in den nächsten 20 Jahren um eine halbe Million Einwohnern zurückgehen. Das zeigen die neuesten Zahlen vom Statistischen Landesamt zur Bevölkerungsentwicklung. Die Menschen im Freistaat haben zwar eine höhere Lebenserwartung. 2038 sind es 81,6 Jahre bei den Männern (+2,3 Jahre seit 2018) und 85,6 Jahre bei den Frauen (+1,9 Jahre seit 2018). Aber es sterben mehr Menschen als geboren werden. Die Schere geht in Bayern hier in den nächsten 20 Jahren immer weiter auseinander. Geburtenüberschüsse gibt es fast ausschließlich in den Städten, allen voran in München mit einem Plus von 7,4 Prozent.  

Die Zu- und Wegzüge zwischen Bayern und dem Bundesgebiet halten sich in der Waage. Absolut nimmt die Binnenzuwanderung aus dem restlichen Deutschland sogar ab, weil auch dort durch den Sterbeüberschuss immer weniger Menschen leben. Die Zunahme der Bevölkerung in Bayern wird hauptsächlich durch Wanderungsgewinne gespeist werden. Wobei es in den nächsten vier Jahren noch einen einen größeren Zuwachs gibt, er sich dann ab 2023 auf durchschnittlich 21.000 Personen jährlich einpendelt. Dieser Bevölkerungszuwachs liegt niedriger als in den letzten 20 Jahren. 

Zuwächse in München hauptsächlich durch Geburtenüberschüsse

Ähnliches wird auch für München berechnet. Während sich die Bevölkerung in der Landeshauptstadt in den letzten 20 Jahren seit 1998 um 283.000 auf knapp 1,5 Millionen erhöhte, wird die Stadt in 20 Jahren nur 137.000 Einwohner mehr haben (1,607 Mio.). 80 Prozent werden dabei dem Geburtenüberschuss zugerechnet und lediglich 20 Prozent dem Wanderungsgewinn aus Zu- und Abwanderung. Der gesamte Zuwachs der Bevölkerung fällt nach den Hochrechnungen wesentlich geringer aus, als es in älteren Statistiken prognostiziert worden ist. Im Demografiebericht 2017 des Referats für Stadtplanung in München wurde für 2040 noch von einem Einwohnerstand von 1,8 Millionen Personen ausgegangen. 

Der Anteil der älteren Menschen in der Stadt immer größer. Das Durchschnittsalter erhöht sich in den nächsten 20 Jahre um ein Jahr auf 42,6 Jahre. Der Anteil der 60 bis 75-Jährigen nimmt um ein Viertel zu, derjenige der 75-Jährigen oder Älteren um 14 Prozent. Da es mehr Kinder und Jugendliche und alte Menschen als heute in der Stadt geben wird, geht der Anteil der Menschen im erwerbstätigen Alter erheblich zurück, was erheblichen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt in München haben wird.

In den nächsten 20 Jahren werden in der Stadt vor allem junge Erwerbstätige fehlen. Die Zahl der 18 bis 40-Jährigen wird nur um 0,8 Prozent zunehmen, während München um 9,2 Prozent wachsen wird. Die Gesamtzahl der Erwerbstätigen wird insgesamt sogar schrumpfen. Addiert man den Jugend- und Altersquotienten, dann sind es heute 46 von 100 Einwohner, im Jahr 2038 aber nur mehr 40, die mit ihrem Einkommen die Daseinsvorsorge sichern können.

 

 

 

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