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München: Rock’n’Roll Legende Paul Würges gestorben

Die Münchner Rock’n’Roll Legende Paul Würges ist tot. Der „deutsche Bill Haley“ ist am Donnerstag im Alter von 85 Jahren in seiner Wohnung in München-Schwabing verstorben.

RocknRoll Legende Paul Würges verstorben
Rock’n’Roll Legende Paul Würges bei einem seiner letzten Auftritte in der Festhalle Bayernland auf dem Frühlingsfest in München

Es war der letzte große Auftritt des Rock ’n‘ Rollers: Am 24. März 2017 hat Paul Würges in der Heide Volm in Planegg auf seiner Abschiedsparty gespielt. Im Sitzen, wie auch schon einige Jahre zuvor bei den Konzerten, denn ein Nervenleiden machte ihm das Stehen unmöglich. Seine zahlreichen, inzwischen meist ergrauten Fans konnten ihn noch ein letztes Mal mit seinen Rocking Allstars erleben. Es war eine Art Zugabe, denn bereits 2015 dachten sie, dass Würges nicht mehr auftreten werde. Früher war es für sie in jedem Jahr mehr als ein Pflichttermin auf dem Frühlingsfest, wenn der Altmeister der E-Gitarre die Festhalle Bayernland rockte. Aus gesundheitlichen Gründen verzichtete Würges darauf. Dann, im letzten Jahr fühlte er sich so fit, dass er doch noch einmal auf dem Frühlingsfest auftreten konnte. Die Stätte seines Abschiedskonzertes im März diesen Jahres weckte bei seinen Anhängern noch einmal viele Erinnerungen. Unzählige Male hatte er in seinem Musikerleben in der Heide Volm gespielt. 

Am 30. November 2017 ist Paul Würges nun in seiner Schwabinger Wohnung verstorben. In der Maikäfersiedlung in Berg-am-Laim ist er aufgewachsen. Seine ersten Griffe auf der Gitarre lernte er bei den Naturfreunden. Schon als Jugendlicher gründete er zusammen mit zwei Feunden seine erste Band namens Bavarian Playboys. Sie traten vor allem in Clubs auf, in denen amerikanische GI-Soldaten verkehrten und spielten Country-Musik. Früh wurde er vom Rock’n’Roll beeinflusst und stellte die Moonglow Combo zusammen, die später in Rocking Allstars umbenannt wurde. Schon 1956 spielte der damals beste E-Gitarrist Deutschlands vor ausverkauftem Haus in der Kongresshalle des Deutschen Museums. Er war ein Star in Deutschland, wenn er auch nie wie Peter Kraus oder Ted Herold einen großen Hit landen konnte. 

Die erste Single war „Black Boy Jacky“ – ein Filmmusik-Titel, der für die Filmkomödie „Gruß und Kuss vom Tegernsee“ entstanden war. Mit dem Titel „Olympic Night“ trat Würges mit den Allstars 1964 während der Olympischen Spiele in Innsbruck auf. Als der Beat den Rock’n’Roll ablöste, sprang auch Paul Würges auf diesen Zug auf und veröffentlichte unter dem Pseudonym „Jeff Jackson & his Explorers“ drei Singles. Doch seine Fans begeisterte er nach wie vor in den vielen Live-Auftritten als der deutsche Bill Haley. Unter diesem Namen ist 1980 bei Ariola auch eine LP veröffentlicht worden.

Seine Gitarre hat er übrigens für seine relativ kleinen Finger mit einem schmalen Griffband anfertigen lassen. Noch zu Lebzeiten hat er angekündigt, dass diese nach seinem Tod dem Münchner Stadtmuseum vermacht wird. Den letzten öffentlichen Auftritt hatte Würges im April diesen Jahres bei der Vorstellung des Dokumentarfilmes von Klaus Bichlmeier „Rock around Paul Würges“ über das bewegte Leben des Musikers im KIM-Kino in Haidhausen. 

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