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München: Feuer in Obdachlosenlager unter Reichenbachbrücke war doch kein Brandanschlag

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag hatte es in dem Obdachlosenlager unter der Reichenbachbrücke in München-Au gebrannt. Zunächst wurde ein Brandanschlag vermutet, der durch Bengalos verursacht wurde. Jetzt hat die Polizei ermittelt, dass wohl eine brennende Zigarette das Feuer ausgelöst hat.

Reichenbachbrücke München
Reichenbachbrücke München

(Update 6.4.2018) Die Polizei hat ermittelt, dass die ersten Angaben eines Zeugen des Brandes in der Obdachlosen-Unterkunft unter der Reichenbachbrücke in München wohl falsch waren. Jetzt geht man davon aus, dass eine brennende Zigarette wohl der Auslöser des Feuer war.

Nach Zeugenaussagen wurden zunächst zwei männliche Personen als tatverdächtig angesehen, welche in unmittelbarer Nähe des Feuers standen. Einer soll einen brennenden Gegenstand in der Hand gehalten und beide sollen Gegenstände in die Flammen geworfen haben sollen. “Aufgrund der zwischenzeitlich durch das Kommissariat 13 geführten Ermittlungen muss der anfangs vermutete Verdacht, dass das Lager durch zwei unbekannte Männer vorsätzlich in Brand gesetzt wurde, relativiert werden. Die Ermittlungen ergaben keine konkretisierbaren Hinweise auf einen solchen Tathergang.”, so Polizeisprecherin Claudia Künzel vom Polizeipräsidium München. 

Im Brandort wurden keine Reste von Brandbeschleunigern oder pyrotechnischen Gegenständen gefunden. Die vom Zeugen wahrgenommenen Knallgeräusche dürften von explodierenden Gaskartuschen stammen, welche von den Bewohnern des Obdachlosenlagers zum Betreiben von Gaskochern genutzt wurden und deren Reste im Brandschutt aufgefunden wurden. Des Weiteren wurden innerhalb des Lagers Unmengen von Zigarettenkippen gefunden. Einer der Bewohner gab an, dass er das Feuer als erster bemerkte. Er wurde durch einen lauten Knall wach. Es brannte zu diesem Zeitpunkt nur innerhalb des Lagers im Bereich einer dort abgelegten Matratze. Die Flammen hatten schon etwa 2 Meter Höhe erreicht. Er weckte daraufhin die anderen schlafenden Mitbewohner. Das Lager stand dann innerhalb kürzester Zeit in Vollbrand und es gab mehrere kleine Explosionen.

Der unbeteiligte Zeuge, welcher den Brand beim Notruf gemeldet hatte und als erster mit den Geschädigten in Kontakt kam, schilderte seine Beobachtungen nochmals ausführlich. Auch hieraus ergeben sich nun keine Anhaltspunkte mehr für eine vorsätzliche Brandlegung.  Derzeit wird davon ausgegangen, dass der Brand im Inneren der Behausung entstand und wohl auf den unsachgemäßen Umgang mit Zigarettenkippen zurückzuführen sein dürfte. Die Ermittlungen hierzu dauern an.

(5.4.2018) Am Donnerstag, 5. April 2018, kurz vor 1 Uhr, hörte ein Zeuge, der sich zu dieser Zeit an der Reichenbachbrücke aufhielt, einen lauten Knall und stellte fest, dass unter der Brücke ein Feuer ausgebrochen war. Es folgten weitere Knallgeräusche und innerhalb kürzester Zeit stand das unter der Brücke errichtete Obdachlosenlager in Flammen. Aus diesem Lager konnten sich vier Männer im Alter zwischen 24 und 53 Jahre ins Freie retten. Sie blieben unverletzt, während ihr Lager vollständig abbrannte.

An der Brücke platzte teilweise der Beton ab, die Tragfähigkeit wurde von einem Bauingenieur geprüft und ist nicht beeinträchtigt. Der entstandene Schaden wird auf rund 25.000 Euro geschätzt. Als tatverdächtig werden zwei unbekannte Männer angesehen, die in unmittelbarer Nähe des Feuers standen. Einer hielt einen brennenden Gegenstand in der Hand und beide warfen diverse Gegenstände in die Flammen.

Täterbeschreibung:
Von den beiden Brandstiftern ist nur bekannt, dass es sich jeweils um ca. 25 Jahre alte Männer gehandelt haben soll. Einer der beiden trug eine dunkle Kaputzenjacke, der andere einen Trainingsanzug / Sportbekleidung und eine ausgewaschene, hellblaue Trainingsjacke.

Zeugenaufruf:
Personen, die sachdienliche Hinweise zu dem Brand unter der Reichenbachbrücke und zu den beiden tatverdächtigen Personen geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 13, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

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