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Böllerwurf auf FC Bayern Fans in Allianz Arena – Haftbefehl für 19-jährigen Holländer

Ein Böllerwurf in den Fanblock des FC Bayern beim Champions-League-Spiel am 19. Oktober 2016 in der Allianz Arena hat für einen 19-jährigen Niederländer schwerwiegende Folgen. Der Haftrichter hat Untersuchungshaft wegen mehrfacher Körperverletzung angeordnet. Bei dem Explodieren des Böllers wurden mehrere Personen verletzt und erlitten ein sogenanntes Knalltrauma.

Polizei Allianz Arena München
Polizei Allianz Arena München

(Update 21.10.2016) Wie bereits berichtet, detonierte während des Fußballspiels zwischen dem FC Bayern-München und dem PSV Eindhoven am Mittwoch, 19. Oktober 2016, wenige Minuten nach Spielbeginn im Block 244 der Allianz Arena in München-Fröttmaning ein Böller, der vom darüber liegenden Gästeblock 344 geworfen wurde. Dabei wurden mehrere Personen verletzt und erlitten ein sogenanntes Knalltrauma. Eine sofortige ärztliche Behandlung war nicht notwendig; jedoch entstand unter den Zuschauern eine große Aufregung. Der Knall war im ganzen Stadionbereich weithin hörbar.

Aufgrund der Videoaufzeichnung der Stadionkameras konnte der Böllerwerfer, ein 19-jähriger Niederländer, eindeutig identifiziert und vorläufig festgenommen werden. Bei der anschließenden Vernehmung räumte der 19-Jährige den Wurf ein. Die mit im Stadion anwesende Staatsanwältin ordnete hierauf die Vorführung des Niederländers vor dem Haftrichter des Amtsgericht München für Donnerstag, 20. Oktober 2016, an. Der zuständige Haftrichter erließ gegen den Anhänger des PSV Eindhoven einen Haftbefehl und ordnete die Untersuchungshaft an.

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(20.10.2016) Bereits am Vortag des Spiels, Dienstag, 18. Oktober 2016, reisten Anhänger des PSV Eindhoven überwiegend mit Kleinbussen und privaten Pkw nach München. Bei der Anfahrt wurde ein Ford im Bereich des Polizeipräsidiums Ulm kontrolliert. Die niederländischen Fans führten 56 pyrotechnische Gegenstände (Rauch-/Nebelkerzen, Bengalos) sowie verschiedene ultratypische Aufkleber mit sich. Nach der Sicherstellung der Gegenstände konnte die Personengruppe ihre Fahrt nach München fortsetzen. Daraufhin wurde vom FC Bayern gegen die sieben Mitfahrer ein Tageshausverbot für das Fußballspiel ausgesprochen.

Im weiteren Verlauf des Abends, gegen 20.15 Uhr, kam es vor einem Münchner Hotel in der Schwanthalerstraße zu einem weiteren Zwischenfall. Unbekannte zündeten dort einen Rauchkörper.

Gegen 02.00 Uhr kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung in einer Münchner Diskothek. Zwei Männer aus einer Gruppe von zwölf Anhängern des PSV Eindhoven griffen drei Gäste nach einem verbalen Streit mit Flaschen und Gläsern an. Des Weiteren schlugen sie auf die drei ein. Die beiden Fans konnten von Polizeibeamten festgenommen und der Haftanstalt des Polizeipräsidiums München überstellt werden.

Zur gleichen Zeit warf ein niederländischer Gast-Fan aus dem 4. Stock eines Münchner Hotels in der Sonnenstraße Böller auf die Fahrbahn. Polizeibeamte fanden im Hotelzimmer eine größere Menge an pyrotechnischen Gegenständen. Der Böllerwerfer wurde festgenommen und angezeigt. Nach Zahlung einer Sicherheitsleistung wurde er wieder entlassen. Gegen den Mann wurde vom Veranstalter ein Tageshausverbot für den Bereich der Allianz-Arena ausgesprochen.

Im Bereich der Münchner Frauenkirche wurden aus einer Gruppe von etwa 40 Gast-Fans mehrere Böller und Rauchkörper gezündet. Des Weiteren vermummte sich der Böller-Werfer. Er konnte festgenommen werden.

In der Allianz-Arena wurden beim Einmarsch der Mannschaften in einem Gästeblock rote bengalische Fackeln sowie zwei Blitzfackeln gezündet. Es konnten drei Täter ermittelt und festgenommen werden.  Kurze Zeit später wurde ein Gast-Fan von Polizeibeamten dabei beobachtet, wie er einen Böller zündete und diesen in Richtung des Bayern-Blockes warf. Auch er wurde festgenommen und angezeigt. Durch den Böller wurden acht Personen verletzt.

Nach dem Spiel kam es nach Polizeiangaben zu keinen nennenswerten Zwischenfällen. Insgesamt wurden elf polizeiliche Festnahmen vollzogen. Unter anderem wegen Beleidigung, Hausfriedensbruch, Erschleichen von Leistungen, Sprengstoffverordnung, Betäubungsmittelgesetz, gefährlicher Kopfverletzung. Die eingesetzten Ordner der Allianz-Arena fanden drei Messer und verwahrten 850 Taschen und Rücksäcke.

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