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Rolltreppen U-Bahn: MVG-Schildbürgerstreich vom Hauptbahnhof wird nicht ausgeweitet

Stehen statt gehen auf der Rolltreppe soll schneller gehen. Diesen Schildbürgerstreich hat sich die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) ausgedacht. An den Rolltreppen am Hauptbahnhof wurden Aufkleber angebracht, welche die Benutzer auffordern, auf der linken Seite auch zu stehen. Die MVG begründet die Maßnahme mit Engpässen bei der Kapazität der Rolltreppen wegen gesperrter Aufstiegshilfen zur U4 und U5. Die Regelung soll allerdings nicht auf das gesamte U-Bahnnetz ausgeweitet werden. 

Rolltreppen-Regel Hauptbahnhof München
Rolltreppen-Regel Hauptbahnhof München

„Links und rechts stehen, nicht gehen“, so fordern Aufkleber an Rolltreppen am Hauptbahnhof in München die Fahrgäste auf. Damit soll die Kapazität erhöht werden, hofft die MVG. Eigentlich nicht nachvollziehbar, hat sich doch in München die linke Seite zur Express-Spur entwickelt, auf der die Fahrgäste schneller nach oben kommen. Zwischen 1,8 km/h bis maximal 2,7 km/h ist die Geschwindigkeit einer Rolltreppe. Schlendert man mit gemütlichen 2 km/h hoch, ist man doppelt so schnell oben. Doch das zählt für die MVG nicht. Deren Argument ist, dass bei stark belasteten Rolltreppen viel Zeit beim Anstellen am Treppenbeginn verloren geht.

Sie hat dabei eine theoretische Studie aus London zugrunde gelegt, die nachweist, dass sich beim Stehen die Beförderungskapazität um bis zu 30 Prozent erhöht. Das funktioniert allerdings nur bei sehr langen Rolltreppen, wie zum Beispiel am Marienplatz oder hinten am Stachus in München. Die Rolltreppen am Hauptbahnhof sind allerdings relativ kurz, da sie durch ein Zwischengeschoss geteilt sind und eine weitere Rolltreppe dann erst vom Untergeschoss an die Oberfläche führt.

Die Forscher aus England weisen nach, dass der Effekt der Kapazitätserhöhung erst ab einer Höhendifferenz von über 18,5 Metern zu erzielen ist. Das entspricht einer Rolltreppenlänge von etwa 48 Metern. Die MVG geht davon aus, dass eine wesentlich höhere Kapazität erreicht werden kann, wenn jede Stufe doppelt belegt ist. Was jedoch in der Praxis kaum funktioniert. Da die Menschen nicht gerne eng aneinanderstehen, ist zu beobachten, dass bei den Persoen auf der rechten Seite sehr oft eine Stufe dazwischen frei bleibt. 

Eine Ausweitung der in München praktizierten Regel „Rechts stehen – links gehen“ auf andere U-Bahnhöfe plant die MVG nicht. „Die Regelung ergibt sich aus der Sondersituation am Hauptbahnhof“, so MVG-Sprecher Matthias Korte. Dort ist der Übergang von der U1/U2 zur U4/U5 wegen Bauarbeiten zur Zeit gesperrt. Die MVG beobachte mit Interesse, ob der Appell fruchtet und was er bewirken wird. Letzteres kann wohl schon vorhergesagt werden: Künftig werden nicht nur Touristen, die die Münchner Regel nicht kennen, die linken Spuren auf den Rolltreppen besetzen. Auch die Münchnerinnen und Münchner, die meinen, die neue Regelung gilt nicht nur für den Hauptbahnhof, werden stoisch ein schnelles Vorwärtskommen im gesamten Netz blockieren.

Robert Allmeier

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