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Ausgebremst: Wiesn-Chef Josef Schmid scheitert im Stadtrat mit Bierpreisbremse für Oktoberfest

In den leeren Maßkrug schaut jetzt Wiesn-Chef Bürgermeister Josef Schmid (CSU), nachdem der Stadtrat in München seine vorgeschlagene Bierpreisbremse mit großer Mehrheit abgelehnt hat. Auch einen zusätzlichen Wiesn-Tag am Montag wird es nicht geben. Zugestimmt haben die Fraktionen im Rathaus dagegen seinen Plänen für eine Umsatzpacht für die Bierzelte. Mit den höheren Erträgen daraus sollen die Projekte für einen höheren Sicherheitsstandard auf dem Oktoberfest finanziert werden.

Skeptischer Blick in den leeren Maßkrug Oktoberfest München Wiesn-Chef Josef Schmid und Wirtesprecher Toni Roiderer
Skeptischer Blick in den leeren Maßkrug Oktoberfest München
Wiesn-Chef Josef Schmid (li.) und Wirtesprecher Toni Roiderer (re.)

Der Münchner Stadtrat hat sich in der Vollversammlung am Mittwoch mehrheitlich gegen die von Wiesn-Chef Bürgermeister Josef Schmid geplante Deckelung der Bierpreise auf 10.70 Euro pro Maß auf dem Oktoberfest bis 2019 ausgesprochen. SPD, Grüne, FDP und die Bayernpartei stimmten nicht nur gegen die Bierpreisbremse, sondern lehnten auch einen zusätzlichen Wiesn-Tag am Montag für die Münchnerinnen und Münchner ab. In den Redebeiträgen wurde dem Wiesn-Chef Populismus vorgeworfen. Außerdem wurde die Sorge geäußert, dass sich die Wiesnwirte die entgangenen Bierumsätze durch die Erhöhung der Preise für die Speisen wieder hereinholen wollen. 

Es war eine aufgeheizte Stimmung im Münchner Stadtrat, die sich dann in einer Geschäftsordungsdebatte entlud, ob der zuständige Referent, also Refatsleiter Bürgermeister Josef Schmid, seine Vorlage nochmal mündlich erläutern soll. Manche Beiträge hatten Kömödienstadl-Niveau. Oben auf der Besucherempore verfolgten zahlreiche Wiesnwirte die Sitzung und warteten gespannt darauf, ob sie in den nächsten Jahren die übliche Bierpreiserhöhung machen dürfen. Schmid sagte unten im Plenum, dass er die Interessen der Wiesnbesucher vertrete und daher gerne als Populist beschimpft werden würde. Schließlich konnten sich die Wiesnwirte auf den harten Holzbänken der Empore entspannt zurücklehnen. Sie müssen zwar künftig Umsatzpacht zahlen, aber der Bierpreisdeckel ist an ihnen vorüber gegangen. Der Münchner Montag, den sie und die Schausteller auch ablehnten, erhielt ebenfalls keine Mehrheit im Stadtrat. 

5,1 Prozent Umsatzpacht müssen Betriebe zahlen, die alkoholische Getränke ausschenken. Außerdem wurde eine Erhöhung der Standgebühren für die Schausteller und Marktkaufleute beschlossen. Damit sollen die erhöhten Kosten für die Sicherheit des Oktoberfestes hereingeholt werden. Alleine eine Beschallungsanlage für den Panikfall für die gesamte Theresienwiese kostet mehrere Millionen Euro. Teuer ist sie deswegen, weil eine Durchsage auch vor dem lauten Autoscooter oder in der Geisterbahn gehört werden soll, wenn es zu einer Krisensituation auf dem Oktoberfest kommt. 

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